Vorstandswechsel bei Siemens
Neue Besen kehren gut – aber nur kurz

Wenn der Chef gehen muss, nährt das die Hoffnung auf steigende Kurse. So wie beim Rauswurf von Siemens-Chef Peter Löscher. Doch das Pulver ist schnell verschossen, wie zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen.  
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DüsseldorfBörsianer lieben positive Überraschungen. Sie sind der Treibstoff für die Aktienmärkte, der die Phantasie der Investoren beflügelt. Ein unerwarteter Anstieg der Umsätze oder ein vielversprechendes Patent – überraschende Nachrichten können die Kurse von Aktiengesellschaften in die Höhe treiben.

Aber auch der Rauswurf eines erfolglosen Vorstandschefs weckt Hoffnungen, wie das derzeit beim unfreiwilligen Abgang von Siemens-Chef Peter Löscher der Fall ist.

Das Vertrauen in Peter Löscher hat in den vergangenen Jahren stark gelitten. Seit der Amtsübernahme von Löscher 2007 ist die Siemens-Aktie um rund 20 Prozent gefallen. Damit entwickelte sie sich deutlich schlechter als der Dax, der im gleichen Zeitraum um sieben Prozent zulegte. Fünfmal musste Löscher in dieser Zeit die Gewinnziele korrigieren. Die jüngste Gewinnwarnung brachte dann das Fass zum Überlaufen. Am Wochenende soll sich der Siemens-Aufsichtsrat mehrheitlich auf seine Ablösung verständigt haben. Eine Entscheidung wird am Mittwoch erwartet.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

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DE0007236101
Börse
L&S
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+116,89€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

Auf den Aktienkurs von Siemens hat sich das in dieser Woche noch nicht ausgewirkt. Für Aktionäre ist die Sache dennoch klar: Sie bauen auf den designierten neuen Vorstandschef Joe Kaeser.

„Zwar trägt ein Vorstandschef nicht ausschließlich die Verantwortung für die Ziele des Unternehmens, aber er muss diese glaubwürdig nach außen und innen verkörpern“, sagt Jasko Terzic, Analyst für Siemens bei der DZ Bank. Mit der jüngsten Gewinnwarnung sei so viel Glaubwürdigkeit verloren gegangen, dass ein personeller Neuanfang Sinn ergibt. Terzic vergleicht den Vorstandswechsel mit einem Trainerwechsel beim Fußball: „Frischer Wind und neue Ideen sorgen für Impulse und können viel Energie freisetzen“.

Wechsel an der Vorstandsspitze lösen häufig heftige Reaktionen an der Börse aus. Allerdings kann der Effekt – ebenso wie im Fußball – schnell verpuffen. Das zeigen zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit.

Kommentare zu " Vorstandswechsel bei Siemens: Neue Besen kehren gut – aber nur kurz"

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  • Wieviel bekommt der Personalvorstand bei Siemens? Wer alles muss an der Entscheidung beteiligt sein?

    Bin selber Headhunter und wenn unsere Kandidaten nicht zu 110% passen, werden die auch nicht genommen. Während andere Rekrutmentquellen (interne Besetzung, Stellenanzeigen) laxer gehandhabt werden.

    Berufsrisiko.

    Übrigens kenne ich keinen Personalberater, der interne Leute besetzt. Dafür gibts doch gar keine Provision. Die kennt der Arbeitgeber doch schon und die sind somit ausgeschlossen.

    Wenig Sachkenntnis, gepaart mit Frust und Delegierung der Schuldfrage. Zum Glück werden Deutschlands Hidden Champs und Blue Chips nicht so geführt.

  • Neue Besen kehren gut. Aber auch besser?

  • Wie sagt man: "Es gibt nichts schlimmeres als keine Beziehung zu haben" plus der Tatsache, dass es ausserdem eine Honorarberatung ist.
    WF

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