Vorzüge vs. Stämme
VW: Rauswurf aus dem Dax rückt näher

Investoren sind genervt, Analysten schütteln den Kopf, Insider schweigen. Das Rätsel um die Optionen auf VW-Stammaktien bleibt ungelöst. Klar ist nur: Werden diese ausgeübt, sind die Tage der Stämme im Dax gezählt.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Auch nach der Entscheidung im Machtkampf zwischen Wolfsburg und Stuttgart bleibt unklar, wie es mit der VW-Aktie im Dax weitergeht. Die Papiere kosten mit rund 255 Euro immer noch dreimal so viel, wie Analysten für angemessen halten. Doch bald könnte die Posse ihr Ende finden.

"Die Situation ist genauso unklar wie vorher", sagt Michael Punzet von der DZ Bank. Es herrsche weiter Unsicherheit über die aktuelle finanzielle Lage bei Porsche sowie über mögliche Belastungen aus den von Porsche gehaltenen VW-Optionen.

Auch Frank Schwope von der NordLB schimpft: "Die Stammaktien werden durch Spekulationen und undurchsichtige Optionsgeschäfte künstlich hoch gehalten." Damit ist er auf Linie mit der großen Mehrheit der Bankexperten: Von 34 Analysten empfehlen laut Datenanbieter Bloomberg zurzeit 28 den Verkauf von VW-Stämmen.

Die VW-Rally an der Börse war in den vergangenen Monaten überhaupt nur deshalb möglich, weil das Angebot an frei verfügbaren Aktien so knapp war. Der Kurs dürfte nach Ansicht von Analysten nachgeben, wenn große Pakete an VW-Aktien auf den Markt kommen. Ob das wirklich geschieht, ist aber gar nicht so sicher. Das Aktienpaket von gut 50 Prozent, das Porsche an VW hält, verbleibt vorerst bei den Stuttgartern. Die Papiere liegen bei der weiter unabhängigen Porsche SE, also der Holding-Gesellschaft. Schwer abzuschätzen ist, was mit den Optionen auf VW-Aktien passiert, mit denen sich Porsche einen Anspruch auf weitere 20 Prozent an dem künftigen Mutterkonzern gesichert hatte. Das Emirat Katar soll zunächst 17 Prozent der VW-Optionen übernehmen.

Ein Analyst bringt noch eine weitere Variante ins Spiel. Möglicherweise wolle sich das Land Niedersachsen, einen Teil - genauer gesagt fünf Prozent - der VW-Optionen sichern. Damit könnte das Bundesland seinen Anteil an Volkswagen auf 25 Prozent ausbauen. Genug, um auch künftig ein Wörtchen bei wichtigen Beschlüsse der VW-Hauptversammlung zu mitzureden.

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