Vossloh
Familie trennt sich von Großteil ihrer Vossloh-Anteile

Die Gründerfamilie von Vossloh trennt sich von Aktien des Bahntechnikkonzerns. Sie platziert zwei Drittel ihrer Anteile bei institutionellen Investoren. Der Familie könnten so bis zu 210 Millionen Euro zufließen.
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FrankfurtDie Gründerfamilie von Vossloh trennt sich in großem Stil von Aktien des Bahntechnikkonzerns. Wenige Monate nach einem Machtkampf mit einem anderen Großaktionär platziert sie einer Mitteilung vom Dienstagabend zufolge 22 Prozent der Anteile bei institutionellen Investoren. Damit steigt voraussichtlich der Streubesitz - dass der zu gering ist, hatte im März zu einem Abstieg der Aktie aus dem MDax in den SDax geführt

Die inzwischen über 100-köpfige Dynastie sei seit langem nicht mehr in der operativen Führung des Konzerns aktiv, erklärte ein Sprecher. Teile der Familie hätten daher in den zurückliegenden Monaten überlegt, ihr Vermögen breiter anzulegen und nun ihre Interessen gebündelt. Bislang steckt das gesamte Vermögen der Familie Thomson-Reuters-Daten zufolge in dem Konzern. Das von der Bank Berenberg organisierte beschleunigte Bookbuilding läuft ab sofort und endet am Mittwoch.

Vossloh-Aktien gaben an der Frankfurter Börse um 5,3 Prozent auf 70,18 Euro nach. Zuvor hatten die Aktien den Xetra-Handel mit 73,15 Euro ein Prozent niedriger beendet. Die Platzierung der rund drei Millionen Aktien könnte der Familie rund 210 Millionen Euro einbringen. Als Preis je Anteilsschein stelle sich die Familie 68 bis 70 Euro vor, sagte ein mit der Transaktion Vertrauter am Abend zu Reuters.

Bislang war die Familie mit knapp 32 Prozent größter Aktionär des Unternehmens aus Werdohl vor Heinz Herrmann Thiele mit mehr als 25 Prozent, mit dem sie sich im Sommer einen Machtkampf geliefert hatte. Der Milliardär und Inhaber des Bremsen-Herstellers Knorr-Bremse hatte sich gegen den Widerstand der Gründer den Vorsitz des Aufsichtsrates gesichert. Thiele war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und dürfte nach der Platzierung der Familienanteile zum größten Anteilseigner aufsteigen. Über die Ziele, die er mit seinem Engagement verfolgt, lässt er Anleger und Gründerfamilie bislang im Unklaren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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