VW-Aktie

Volkswagen springt an BMW vorbei

Volkswagen feiert an der Börse einen weiteren Erfolg: Der Konzern ist jetzt wieder mehr wert als der Konkurrent BMW. Grund ist die anhaltende Hausse der VW-Aktie.
Beim Börsenwert hat sich Volkswagen Platz zwei zurück erkämpft.
Die großen deutschen Autokonzerne

Beim Börsenwert hat sich Volkswagen Platz zwei zurück erkämpft.

DüsseldorfDie Volkswagen-Aktie liegt auch am Dienstagmittag mit einem Plus von 2,7 Prozent wieder unter den Spitzenwerten im Dax – bereits am Montag war sie mit deutlichem Vorsprung Spitzenreiter im wichtigsten Aktienindex des Landes. Bei 135 Euro notieren die Vorzugaktien und setzen ihre seit drei Wochen fast ununterbrochen laufende Rally weiter fort.

Das Plus hat einen Nebeneffekt: Bei der Marktkapitalisierung – also dem Gesamtwert aller Aktien – liegt Volkswagen jetzt wieder vor dem Konkurrenten BMW. Vor Ausbruch des „Dieselgate“ genannten Skandals um manipulierte Emissionswerte hatte VW einen dicken Vorsprung beim Firmenwert gehabt. Zum Jahreshoch im März war VW 120 Milliarden Euro wert und BMW 78,9 Milliarden Euro.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe im September verloren beide Unternehmen an der Börse. Ein Grund: Dieselmotoren als Antriebsaggregate gerieten unter Generalverdacht und bei BMW machen Diesel-Fahrzeuge rund 80 Prozent des Geschäfts aus. Volkswagen litt aber natürlich deutlich stärker als BMW und sackte fast auf ein Drittel des Rekord-Börsenwerts aus dem März ab – und rutschte damit hinter BMW.

Welche Aktien im November brillieren – und welche floppen

ABB (CH0012221716), ADIDAS (DE000A1EWWW0), AIR LIQUIDE(FR0000120073), ALSTOM(FR0010220475), ANHEUSER (BE0003793107), BMW(DE0005190003), CASIO (JP3209000003), DIAGEO (GB0002374006), DUFRY (CH0023405456), GIVAUDAN(CH0010645932), LVMH (FR0000121014), PA

WKN
ISIN
Börse
Multi

Chart von ABB (CH0012221716), ADIDAS (DE000A1EWWW0), AIR LIQUIDE(FR0000120073), ALSTOM(FR0010220475), ANHEUSER (BE0003793107), BMW(DE0005190003), CASIO (JP3209000003), DIAGEO (GB0002374006), DUFRY (CH0023405456), GIVAUDAN(CH0010645932), LVMH (FR0000121014), PA
Anheuser-Bush InBev
1 von 25

Die anstehende Megafusion auf dem Biermarkt zwischen den Branchengiganten Anheuser-Bush InBev und SABMiller lässt Ersteren an der Börse durchstarten. Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev will den zweiplatzierten SABMiller für 100 Milliarden Euro schlucken. Um die Wettbewerbshüter gnädig zu stimmen, wollen die Partner milliardenschwere Geschäfte in den USA abtreten. Sollte der Zusammenschluss gelingen, würde nahezu jedes dritte Bier weltweit aus dem Hause des neuen Konzerns kommen.

Kursentwicklung im November: + 14,1 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+0,26 +0,14%
+183,30€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
2 von 25

Zwischen Himmel und Hölle. Volkswagen befindet sich derzeit in der schwierigsten Lage in der Firmengeschichte. Die Abgasmanipulationen belasten den Konzern. Teure Rückrufaktionen werden auf den Autohersteller aus Wolfsburg zukommen. Im Zuge des Diesel-Skandals haben die Papiere deutlich an Wert verloren. Doch die Ankündigung von VW-Chef Müller, dass der Umbau der 1,6- und 2,0-Liter-Modelle weniger kosten werde, als ursprünglich gedacht, half den Aktien im abgelaufenen Monat.

Kursentwicklung im November: + 14,2 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

-0,16 -0,72%
+22,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S
3 von 25

Spekulationen auf einen neuen Übernahmeversuch durch Potash haben K+S im Dax angeschoben. Laut dem Börsendienst „Platow Brief“ könnten die Kanadier im Frühling ein neues Angebot auf den Tisch legen. „Ein neuer Übernahmeversuch ist nicht auszuschließen“, sagte ein Händler. Für den K+S-Vorstand dürfte es zunehmend schwieriger werden zu sagen, dass man als eigenständiges Unternehmen einen erfolgreicheren Kurs einschlagen könne. Entscheidend dürfte die Höhe des Angebots sein.

Kursentwicklung im November: + 14,5 Prozent

SIEMENS GAMESA RENEW. EN. S.A. ACCIONES PORT. EO -,17

WKN
ISIN
ES0143416115
Börse
L&S

-0,16 -1,23%
+12,66€
Chart von SIEMENS GAMESA RENEW. EN. S.A. ACCIONES PORT. EO -,17
Gamesa
4 von 25

Europas Windkrafthersteller sind auf dem Vormarsch. Während hierzulande Nordex eine spektakuläre Kursperformance hinlegt, in Dänemark Vestas auftrumpft, legt in Spanien Gamesa kräftig zu. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Netto-Gewinn um sagenhafte 96 Prozent auf 126 Millionen Euro. Das Ebit legte im selben Zeitraum 91 Prozent zu. Im November legten die Gamesa-Aktien daher über 15 Prozent zu. Seit Jahresanfang hat sich der Kurs der Papiere sogar mehr als verdoppelt.

Kursentwicklung im November: + 15,1 Prozent

BAE SYSTEMS PLC REGISTERED SHARES LS -,025

WKN
ISIN
GB0002634946
Börse
L&S

+0,04 +0,57%
+6,70€
Chart von BAE SYSTEMS PLC REGISTERED SHARES LS -,025
BAE Systems
5 von 25

Mit ihren Plänen für höhere Militärausgaben hat die britische Regierung die heimischen Rüstungskonzerne angeschoben. Der größte britische Militärkonzern, BAE Systems, konnte so im November über 18 Prozent zulegen. Der britische Finanzminister George Osborne hatte angekündigt, die Ausgaben zur Terrorabwehr für die nächsten zehn Jahre um 30 Prozent steigern zu wollen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Militärsektor ein größeres Stück vom Budget abbekomme als ursprünglich gedacht, sagte ein Börsianer.

Kursentwicklung im November: + 18,3 Prozent

LENOVO GROUP LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
HK0992009065
Börse
L&S

+0,01 +2,78%
+0,47€
Chart von LENOVO GROUP LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Lenovo
6 von 25

Der weltgrößte Computer-Hersteller Lenovo ist im abgelaufenen Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Negativ zu Buche schlugen Kosten für Übernahmen und Umstrukturierungen, wie das chinesische Unternehmen in Hongkong mitteilte. Den Nettoverlust im zweiten Geschäftsquartal bezifferte Lenovo mit 714 Millionen Dollar (rund 663 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 262 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Es war der größte Verlust, den das Unternehmen jemals in einem Quartal verzeichnete. Er fiel jedoch geringer aus als von Analysten erwartet – was besonders den Aktien zugute kam.

Kursentwicklung im November: + 18,5 Prozent

ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007856023
Börse
L&S

+0,17 +0,94%
+18,13€
Chart von ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
ElringKlinger
7 von 25

Ein zu schwacher Betonboden und hohe Luftfrachtkosten bereiten dem schwäbischen Autozulieferer ElringKlinger mehr Sorgen als der VW-Dieselskandal. Der Absatz von Volkswagen selbst könnte nach Einschätzung von ElringKlinger-Chef Stefan Wolf zwar sinken. „Aber das sollte sich auf uns kaum auswirken“, sagte Wolf. Was am aktuellen Umsatzanteil des Wolfsburger Konzerns von acht Prozent verloren gehen könnte, will der schwäbische Dichtungs- und Hitzeschildproduzent von anderen Autoproduzenten hereinholen. An der Börse sorgte Wolfs Einschätzung für Zuversicht. Die Aktien gehörten zu den stärksten Titel im November.

Kursentwicklung im November: + 18,7 Prozent

Etliche Analysten, darunter die Schweizer Großbank UBS, hatte den VW-Kurs in den vergangenen Wochen dann wieder mit positiven Einschätzungen befeuert. Die UBS hält einen Preis der Vorzugsaktien von 160 Euro für angemessen, das ist nur minimal weniger als das, was die VW-Aktie am Vorabend der Skandalmeldung im September wert war. Der Titel trägt bei UBS weiter das Etikett „Buy“. Neben der wohl niedriger anfallenden Reparaturkosten, gebe es durch den Skandal auch eine Dynamik im Konzern, die es ermöglichen sollte, die Kosten deutlich zu senken.

55 Prozent Plus gegenüber dem Jahrestief
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