VW steigt ein
Kampf um die Kohlefaser-Aktie

Die Aktie von SGL Carbon führte bislang ein eher unscheinbares Dasein im MDax. Das ist mit dem heutigen Tag vorbei. Jetzt rangeln die beiden Autobauer VW und BMW um den Spezialisten für Kohlefaser. Der Kurs schießt in die Höhe.
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FrankfurtEs ist der Werkstoff der Zukunft: Kohlefaser, auch bekannt als Carbon. Das Material ist ultraleicht, gleichzeitig aber enorm hart. Wegen der teuren Herstellung kam es bislang nur begrenzt zum Einsatz, vor allem in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Doch das wird sich ändern. Die großen Autokonzerne haben die Verbundfaser entdeckt – und versuchen sich den Zugriff zu sichern.

Jetzt überraschte VW mit der Nachricht, man habe sich einen Anteil von 8,18 Prozent an SGL Carbon gesichert, einem Kohlefaserspezialisten aus Wiesbaden. SGL gehört zu den Markführern von Produkten aus Carbon. An der Börse gewann SGL Carbon zeitweise fast zehn Prozent, zum Schluss lag die im MDax notierte Aktie rund fünf Prozent im Plus bei 28,40 Euro.

Das Pikante am Einstieg der Wolfsburger: SGL ist schon seit 2009 Kooperationspartner von BMW. Der Münchener Autobauer scheint wenig begeistert zu sein. „VW hat uns nicht unterrichtet“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf dem Genfer Autosalon. Eine Bewertung ließ er sich nicht entlocken, sagte aber - sichtlich um eine diplomatische Formulierung bemüht -, die Beteiligung von VW an SGL sei „interessant“.

Am Vorabend hatte dagegen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zu Journalisten gesagt: „Wir haben vorher gefragt, ob es jemanden stört“ und hinzugefügt: „BMW ist ein angenehmer Wettbewerber“.

Mittendrin im Gerangel um SGL steckt auch die Milliardärin Susanne Klatten. Sie ist über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion die Hauptaktionärin bei SGL Carbon. Auch sie scheint überrascht und wenig amüsiert zu sein.

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Kampf um die Kohlefaser-Aktie

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Klatten mit „Distanz und Wachsamkeit“

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  • Warum die teure Kohlefaser? Es geht auch billiger http://www.edag.de/pr/press/pressemeldungen_2009/pm_20_01_2009/ Mit einer Basaltfaser werden ja auch schon Hochseekatamarane hergestellt.

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