Wackelkandidaten GM und Ford
Firmenbonds büßen an Attraktivität ein

Der Boom bei Unternehmensanleihen geht zu Ende. In diesem Jahr haben Bonds von Firmen, die von den Ratingagenturen mit dem Gütesiegel „Investment Grade“ und damit als vergleichsweise sichere Anlageklasse eingestuft werden, noch ordentliche Erträge gebracht (siehe letzter Absatz dieses Artikels: "gut benotet“).

HB FRANKFURT/M. Die Kurse stiegen. Dadurch schmolzen die Risikoprämien europäischer Firmenbonds im Vergleich zu Staatsanleihen auf knapp 0,60 Prozentpunkte.

Das lässt Experten jetzt aber vorsichtig werden. Sie raten, Unternehmensanleihen mit guten Bonitätsnoten 2005 im Bond-Portfolio leicht unterzugewichten. „Die Risikoaufschläge sind zu niedrig, und wir erwarten, dass sie in den nächsten sechs Monaten leicht steigen werden“, urteilen die Strategen der auf Anleihen spezialisierten britischen Fondsgesellschaft Prudential M&G. Die damit einhergehenden Kursverluste befürchten auch Banken wie Dresdner Kleinwort Wasserstein, Morgan Stanley oder die Hypo-Vereinsbank. Klaus Oster, der das Analyse-Team für Unternehmensanleihen bei der Fondsgesellschaft Deka Investment leitet, ist zwar noch verhalten positiv für das Segment gestimmt, gibt aber zu bedenken, dass der Markt anfälliger geworden sei.

Entscheidend für die Bonds wird die Konjunkturentwicklung sein. Interessant dabei ist, dass sowohl Konjunkturoptimisten als auch -pessimisten Unternehmensanleihen eher kritisch sehen. Optimisten argumentieren, die US-Notenbank werde die Leitzinsen erhöhen. Dies könnte dann aber dazu führen, dass auch die langfristigen Zinsen, sprich die Renditen von Staatsanleihen, in den USA und auch der Euro-Zone steigen. Und wenn sichere Staatsbonds wieder attraktivere Renditen bieten, ist es kaum sinnvoll, riskantere Unternehmensanleihen zu kaufen.

Die Konjunkturpessimisten wie Dresdner Kleinwort Wasserstein erwarten zwar keine weiteren Leitzinserhöhungen, aber ein schlechteres Wirtschaftswachstum. Dies würde dann zu deutlichen Einbrüchen bei den Gewinnen der Unternehmen führen und deren Bonds riskanter erscheinen lassen. Deshalb dürften auch die Risikoprämien steigen.

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