Währungsrisiken und Managementkonflikte belasten den Kurs – Aktie ist seit November auf Talfahrt
Analysten beurteilen EADS skeptisch

Der Kursanstieg des deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS (European Aeronautic Defense and Space Company) ist erst einmal gestoppt. Die Erwartungen von EADS für das kommende Jahr enttäuschte viele Investoren.

DÜSSELDORF. Noch Anfang November notierte die Aktie nur wenig unter ihrem Allzeit-Hoch aus dem Jahr 2000, dem Geburtsjahr des Konzerns. Doch seit Wochen geht es abwärts, allein gestern verlor das EADS-Papier in der Spitze gut 4 Prozent.

Der Grund dafür ist Analysten zufolge nur indirekt bei den derzeitigen Querelen im EADS-Management zu suchen. Ausschlaggebend sei vielmehr, dass das Unternehmen sich am vergangenen Freitag nach Börsenschluss zu seinen Erwartungen für das kommende Jahr äußerte und damit viele Investoren enttäuschte. „Die Prognosen für 2005 lagen unter unseren Erwartungen,“ sagt Sash Tusa von Goldman Sachs. Am Negativsten aber wirken sich den Experten zufolge Währungsrisiken durch den starken Euro aus.

Der Machtkampf zwischen deutschen und französischen Managern und Politikern um die künftige Führung des europäischen Konzerns sorgte in den vergangenen Wochen für viel Aufmerksamkeit. Noël Forgeard, Chef der EADS-Tochter Airbus, würde das Unternehmen gern allein führen. Nachdem dagegen der EADS-Großaktionär Daimler- Chrysler einschritt, wird es aber voraussichtlich eine neue Doppelspitze mit dem bisherigen deutschen Rüstungsvorstand Thomas Enders und Forgeard geben. Im Sommer des kommenden Jahres werden die beiden höchstwahrscheinlich die amtierenden Vorstände Rainer Hertrich und Philippe Camus ablösen.

Diese Probleme seien aber nichts Neues, sagt Ben Fidler, Analyst bei der Deutschen Bank. Denn: Mit der Herausforderung durch die doppelte Struktur „musste EADS auch in der Vergangenheit umgehen, das hat dem Unternehmen nicht geschadet“. Die Doppelspitze ist in der Aktionärsstruktur begründet. Dreißig Prozent hält Daimler-Chrysler, ebenso viele Aktien haben die französische Lagardere-Gruppe und der französische Staat zwischen sich aufgeteilt. Rund fünf Prozent besitzt die spanische Staatsholding Sepi. Der Rest ist Streubesitz.

Auch den Ausblick für 2005, der viele Anleger und Investoren enttäuschte, betrachtet Fidler nicht allzu skeptisch. „Das reflektiert die konservative Haltung des Managements, diese Vorsicht konnten wir auch bei den Prognosen für das laufende Jahr beobachten.“ Auch Charles Armitage, Analyst bei Merrill Lynch Global Securities, hält die harsche Reaktion auf den Ausblick der vergangenen Woche für übertrieben. „Die zu euphorischen Erwartungen sind durch diese Zahlen realistischer geworden“, sagt er.

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