Wal-Mart
Der lange Weg zum Erfolg an der Börse

Seit Monaten schneidet die Aktie des US-Konzerns Wal-Mart schlechter ab als die der Wettbewerber. Dabei hat es der Handelsriese zuletzt geschafft, sein Preis-Leistungs-Verhältnis zu verbessern und damit besonders preisbewusste Kunden anzulocken. Profis nutzen den niedrigen Kurs der Aktie darum zum Einstieg.
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STUTTGART. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht überstanden, doch gerade deshalb brummt bei Wal-Mart der Laden. Der weltgrößte Einzelhändler lockt immer mehr Kunden an, die auf der Suche nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sind. Und das gilt nicht nur für die Waren, die bei Wal-Mart in den Regalen stehen: Auch die Aktien des Handelskonzerns sind bei den Profi-Anlegern derzeit beliebt. Warren Buffett, der zweitreichste Mann der Welt, hat durch seine US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway die Zahl seiner Wal-Mart-Titel in den vergangenen drei Monaten fast verdoppelt und besitzt jetzt fast 38 Millionen Aktien im Wert von knapp zwei Mrd. Dollar.

"Ein sinnvolles Investment zu einer Zeit, in der die Kunden äußerst preisbewusst einkaufen", sagte Analyst Justin Fuller von Midway Capital Research der Agentur Reuters über Buffetts Kauf. Buffett ist dafür bekannt, dass er gern unterbewertete Aktien aufkauft - so wie im Fall Wal-Mart, dessen Kurs dem breiten Markt seit März hinterherhinkt. Seit dem Jahrestief im Februar hat die Wal-Mart-Aktie gut 15 Prozent zugelegt.

Unterdessen versucht die Wal-Mart-Chefetage verstärkt, den Kunden ihren Einkauf so leicht wie möglich zu machen. In den Filialen liegen weniger Produkte aus - dadurch sollten die Läden übersichtlicher und weniger vollgestopft wirken, und die übergroßen Einkaufswagen passen leichter durch die Gänge.

Gleichzeitig konnte Wal-Mart dadurch einige Lagerbestände abbauen: Der Vorrat sank in den vergangenen zwölf Monaten um rund sechs Prozent, sagte Eduardo Castro-Wright, US-Chef von Wal-Mart. Das bedeutet, dass Lagerbestände im Wert von knapp zwei Mrd. Dollar an den Kunden gebracht wurden. "Bisher ist nur etwa ein Drittel der neu eröffneten Filialen derart umgebaut worden, und dieses Drittel fährt bessere Ergebnisse ein als die anderen Läden", sagte Analyst John Lawrence von Morgan Keegan dem Fernsehsender CNBC. "Ende des nächsten Jahres wird es schon die Hälfte sein."

Das neue Konzept scheint anzukommen: Wal-Marts Kundenzahlen steigen stetig. Gleichzeitig baut das Unternehmen seinen Marktanteil in vielen Branchen aus, darunter bei Elektronikgeräten und Lebensmitteln. Das Marktforschungsinstitut Retail Metrics beobachtet außerdem, dass sich "die Käufer aus den oberen Einkommensschichten langsam wieder trauen, auch andere Produkte als die absolut notwendigen zu kaufen".

Nun müssen nur noch die mittleren und unteren Einkommensschichten nachziehen, Wal-Marts traditionelle Kerngruppe. Die Arbeitslosenzahlen sehen bereits wieder ein wenig besser aus: Im Oktober beantragten so wenig Neu-Arbeitslose Unterstützung vom Staat wie seit Januar nicht mehr. Gary Thayer, Wirtschaftsstratege bei Wells Fargo Advisors, erwartet allerdings, dass bis zu einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen noch mehrere Monate ins Land gehen werden.

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