Wall Street
Lehman-Aktie wieder auf Achterbahnfahrt

Lehman Brothers hält die Börse weiter in Atem. Zuerst kletterte die Aktie der Krisen-Bank im vorbörslichen Handel um rund 35 Prozent, dann kam der erneute Einbruch. Die Aktie ist zu einem Papier für Zocker verkommen.

HB NEW YORK. Die Aktie von Lehman stürzte im frühen Börsenhandel um über 14 Prozent ab. Zeitweise waren sie vorbörslich um bis zu 35,30 Prozent auf 5,71 Dollar hochgesprungen.

Seit Wochenbeginn hat die Aktie rund 74 Prozent an Wert verloren. Dies verschärfte massiv die Probleme des Traditionshauses bei der Investorensuche. Die US-Regierung hat sich laut "Washington Post" in die Rettung der angeschlagenen US-Investmentbank eingeschaltet, deren Verkauf bereits zum Wochenende unter Dach und Fach gebracht werden soll. Zu den potenziellen Käufern gehörten die Bank of America und die britische Barclays Bank , berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider.

Auch ein Konsortium mehrerer Käufer wäre dem Bericht des "Wall Street Journal Online" zufolge möglich, die Lehman dann unter sich aufteilen würden. Alle Interessenten fürchteten aber weitere enorme Verluste bei Lehman und würden wegen dieser Risiken staatliche Unterstützung fordern. Die Beteiligten drängen auf eine Lösung noch vor Eröffnung der ersten Märkte am frühen Montagmorgen in Asien, um einen befürchteten totalen Wertverlust von Lehman zu vermeiden.

Richard Bove, Analyst bei Ladenburg Thalmann, rechnet unterdessen damit, dass die Bank of America den Zuschlag erhalten wird. Die Unternehmen passten gut zusammen. Würde das Geschäft in Aktien abgewickelt, würde das den Wert der Bank of America deutlich steigern, so Bove. Der Analyst blieb bei seiner "Buy"-Empfehlung, senkte jedoch seine Gewinnschätzungen für die Titel leicht. Bank of America fielen vorbörslich mit dem Markt rund ein halbes Prozent.

Analysten der Deutsche Bank halten im Falle einer Übernahme eine Erholungsrally für möglich, allerdings sei die sich weltweit eintrübende wirtschaftliche Gesamtbild weiter ein Problem. Das Auf und Ab, dass dem Ausverkauf von Bear Stearns Companies folgte, dürfte noch recht frisch im Gedächtnis der Anleger sein und der ökonomische Hintergrund habe sich seitdem noch verschlechtert.

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