Wall Street
Visa gelingt Rekord-Börsengang

Trotz Krise geben die Anleger dem Kreditkarten-Konzern mit einem spektakulärem Kursplus viel Vorschuss. Fast 18 Milliarden Dollar konnte das Unternehmen an der Wall Street einsammeln. Eine Enwarnung für den Finanzsektor ist das allerdings nicht.

NEW YORK/FRANKFURT. Der weltgrößte Kreditkarten-Anbieter Visa hat die Finanzkrise mit einem milliardenschweren Börsengang in den USA und einem spektakulären Kursplus von 35 Prozent zum Handelsstart wenigstens für einen Tag vergessen lassen. Der Finanzkonzern aus San Francisco in Kalifornien sammelte gestern 17,9 Mrd. Dollar an der Wall Street ein und sorgte damit für einen Rekord in den USA.

An der New Yorker Börse wurde der erste Visa-Kurs bei 59,50 Dollar notiert und überschritt im Laufe des Tages zeitweise die 60-Dollar-Marke. Er lag damit deutlich über dem Ausgabepreis von 44 Dollar. Neben hoher Nachfrage aus den USA hätten auch Investoren aus Kuwait und China großes Interesse gezeigt, hieß es an der Wall Street. Sollte die Mehrzuteilung von 40,6 Mill. Aktien in Anspruch genommen werden, könnte Visa mit dem Börsengang sogar knapp 20 Mrd. Dollar einspielen.

Mehr als zehn Mrd. Dollar, den Großteil des Erlöses, will Visa für den Rückkauf eigener Aktien von seinen Alteigentümern, rund 13 000 Banken, nutzen. Sie erhalten so nach den milliardenschweren Abschreibungen im Zuge der Kreditkrise eine beruhigende Finanzspritze. Die mit rund 1,3 Mrd. Dollar höchste Einnahme geht auf das Konto der US-Bank JP Morgan Chase als bislang größte Visa-Aktionärin.

Anders als etwa Branchenkonkurrent American Express ist Visa nicht für die Kreditvergabe zuständig, sondern nur für die Zahlungsabwicklung. Während Großbanken im Risiko stehen und angesichts steigender Ausfälle von Verbraucherkrediten Milliardenbeträge abschreiben müssen, bleiben Visa und Mastercard von der Kreditkrise bisher fast völlig verschont. Sie verdienen in erster Linie daran, wie häufig die Kunden die Kreditkarten einsetzen - unabhängig davon, ob sie ihren Kredit am Ende zahlen oder nicht. So will Börsenneuling Visa seinen Gewinn auch im laufenden Jahr trotz Finanzkrise um 20 Prozent steigern.

Weltweit sind rund 1,5 Mrd. Visa-Karten im Umlauf, gut 50 Prozent mehr als beim ärgsten Wettbewerber Mastercard. Hinter dem Ansturm auf die Visa-Aktie stecken das seit Jahren robuste Wachstum der Kreditkarten-Branche sowie der Blick auf den überaus erfolgreichen Börsengang von Mastercard vor zwei Jahren. Innerhalb weniger Monate nach der Emission hatte sich der Aktienkurs des kleineren Rivalen verdoppelt. Inzwischen beträgt das Kursplus 440 Prozent.

Seite 1:

Visa gelingt Rekord-Börsengang

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%