Washingtoner Institut erforscht neue Einsatzfelder für das weißglänzende Edelmetall
Experten erwarten stabilen Silberpreis

Schlechte Zeiten für die Wirtschaft sind gute Zeiten für Edelmetalle. Von diesem Grundsatz konnte auch Silber im vergangenen Jahr profitieren. Zwar fielen die Wertsteigerungen nicht so spektakulär aus wie beim Gold, doch Silber verteuerte sich 2002 um rund 5 % zum Vorjahr auf durchschnittlich 4,60 $ pro Unze (ca. 31,1 Gramm). Metalle wie Kupfer, Blei und Zink verloren dagegen 2002 bis zu 12 %.

MEXIKO-STADT. „Wir werden beim Silberpreis auch in den kommenden Jahren keine großen Ausschläge sehen“, sagt der Präsident der mexikanischen Bergbau-Kammer, Sergio Almazán. Der Preis werde sich zwischen 4,30 und 5 $ bewegen. In den ersten vier Monaten 2003 notierte Silber mit durchschnittlich 4,55 $ je Unze. Den niedrigsten Stand seit 25 Jahren hatten die Silberpreise 1992 mit 3,94 $, seither schwanken sie zwischen 4,31 und 5,54 $

.

Ähnlich stabil wie der Preis seien auch die mittelfristigen Perspektiven für Silber; darin stimmen Experten überein. Die Nachfrage der Industrie und des Schmuck- und Silberwarensektors sei zuverlässig, betont Leopoldo Alarcón vom weltweit größten Silberminenbetreiber Industrias Peñoles in Mexiko. Beide Sektoren zusammen nehmen rund 75 % der Welt-Silberproduktion ab. Eingesetzt wird Silber vor allem in der Halbleiterfertigung, für Mobiltelefone, zur Herstellung von CD-Roms und Computerzubehör. Knapp ein Viertel der Silberproduktion wird im Fotosektor verarbeitet; der Rest entfällt auf die Herstellung von Münzen und Medaillen.

Einzig im Fotosektor drohe Ungemach, sagt Alarcón. Durch den Vormarsch der Digitalkameras könnte das Edelmetall langfristig verdrängt werden, wenn Filme irgendwann überflüssig werden. Nicht zuletzt deshalb suchen die Experten des Washingtoner Silberinstituts nach neuen Einsatzfeldern für Silber. So wird erforscht, ob es künftig das giftige Arsen als Imprägnierbestandteil für Holz ablösen kann.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit insgesamt 585,9 Mill. Unzen Silber abgebaut, dies sind rund 3 % weniger als im Rekordjahr 2001. Den Produktionsrückgang führt das Silberinstitut, in dem sich Hersteller, Großhändler und Produzenten des Edelmetalls zusammengeschlossen haben, zum einen auf die weltweite Wirtschaftskrise zurück. Zum anderen wurde weniger Silber gefördert, weil große Blei- und Zinkminen wegen Unrentabilität geschlossen wurden; 75 % des Silbers fällt als Co-Produkt bei der Förderung von Gold, Kupfer oder bei der Blei- und Zink- Gewinnung an. Nur 25 % des weißglänzenden Edelmetalls werden in reinen Silberminen gefördert. Größter Produzent ist Mexiko. Hier wurden 2002 91,7 Mill. Unzen im Wert von ca. 421 Mill. $ gefördert. Zweitgrößter Produzent war Peru mit 88,8 Mill. Unzen. Größter Silberproduzent in Europa ist Polen mit 38,9 Mill. Unzen (2002).

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