Wechsel auf Achtzylinder-Motoren beschert dem österreichischen Zulieferer eine Sonderkonjunktur
Pankl-Aktie profitiert von der Formel 1

Der Aktienkurs der österreichischen High-Tech-Schmiede Pankl Racing Systems hat sich seit vergangenen Sommer verdoppelt. Nun stehen die Anteilseigner vor der Frage: Gewinne mitnehmen oder auf weitere Kurssteigerungen warten.

FRANKFURT/M. Nachdem sich der Aktienkurs der österreichischen High-Tech-Schmiede Pankl Racing Systems seit dem vergangenen Sommer verdoppelt hat, stehen die Anteilseigner vor der entscheidenden Frage: Sollen sie Gewinne mitnehmen oder auf weitere Kurssteigerungen warten? Geht es nach den Analysten, dann hat die Aktie, die in den vergangenen Tagen im Zuge allgemein schwächerer Märkte bis auf 20,50 Euro zurückfiel, kaum noch Luft nach oben.

Doch das Kerngeschäft von Pankl, die Zulieferung von High-Tech-Bauteilen für den Motorsport, hält immer eine Überraschung bereit. Vor allem die Königsklasse Formel 1 wartete in den vergangenen Jahren mit immer neuen Reformen auf. Einer der wesentlichen Profiteure dieser Flut an neuen Vorschriften ist Pankl.

Reinhard Ebenauer, Analyst bei der Raiffeisen Centrobank, empfiehlt die Aktie des Unternehmens zum Kauf, den fairen Preis sieht er bei 23,50 Euro. Die Tatsache, dass Pankl für mehr als die Hälfte aller zehn Formel 1-Teams Pleuel als „Herzstück des Motors“ und Radaufhängungen produziert und dass die Serie in der kommenden Saison von V10-Motoren auf V8-Motoren umsteigt, hat Pankl seiner Ansicht nach bereits eine Art Sonderkonjunktur beschert. Die Teams benötigten schnellstmöglich Komponenten mit höherem Technologieanspruch und längerer Haltbarkeit, die sie zudem länger testen müssten, um zu Saisonbeginn ein schlüssiges Gesamtkonzept präsentieren zu können.

Zudem verfügt Pankl mit der Entwicklung von Renngetrieben neuerdings über ein weiteres Standbein. Diese wurden in dieser Saison erstmals in der Formel 3 eingesetzt und brachten es auf drei Siege. Besonderer Clou dabei: Die Getriebe sind genauso standfest wie die der Konkurrenz, jedoch gut zehn Prozent leichter.

Der Erfolg hier lässt einen anderen Verlustbringer leicht vergessen: Der „Converter“, ein vor Jahren mit viel Hoffnung entwickelter Katalysator für schwere Dieselmotoren, hat bisher fünf Mill. Euro gekostet, ist aber noch immer nicht in der Serienreife gegangen. Geld soll nun keines mehr in das Projekt fließen, darum sucht man bei Pankl nach einem strategischen Investor für den Bereich. Sollte der Vorstand fündig werden, hoffen Analysten auf einen unvorhergesehenen Schub für die Aktie.

Vorerst bewerten die meisten Experten die Aussichten jedoch zurückhaltend: Ein Grund für die Skepsis sind die anhaltenden Probleme im Nebensegment Luftfahrt, wo Pankl in den USA unter dem Namen Sikorsky Bauteile für Hubschrauber fertigt. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres (per 30. September) lag der Bereich, der zwölf Prozent zum Umsatz des Unternehmens beisteuert, deutlich unter Plan. Die schleppende Auftragsvergabe in der Branche, langwierige Produkteinführungsphasen bei Neukunden und Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von neuen Anlagen führten dazu, dass Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig waren. Auch für das Gesamtjahr stimmte das Management die Anleger bereits darauf ein, dass der Verlust noch einmal höher ausfallen wird als im Vorjahr.

„Wir haben den Markteintritt unterschätzt und müssen als nächstes Ziel zu einer kritischen Größe kommen“, gibt Pankl-Vorstandschef Ernst Wustinger offen zu. Bis Ende des Jahres soll aber seinen Worten zufolge „die Strategiefindung für die Phase von 2006 bis 2010 abgeschlossen“ sein. Auf Analystenseite beobachtet man diese Ankündigung zwar mit einem gewissen Wohlwollen, allerdings sei die künftige Entwicklung noch schwer einzuschätzen.

„Die Aktivitäten sind alles andere als zufrieden stellend, Verbesserungen sind jedoch auf dem Weg“, sagt Ralf Burchert von der Ersten Bank. Er hat gerade sein Kursziel für die Aktie von 20 auf 22 Euro angehoben, seine Empfehlung jedoch von „akkumulieren“ auf „halten“ zurückgestuft. Das Verhältnis zwischen Chance und Risiko ist derzeit seiner Ansicht nach ausgeglichen. Ähnlich sieht es Peter Bauernfried von der Bank Austria Creditanstalt, der das Kursziel allerdings bei 20 Euro angesetzt hat und damit die Untergrenze vorgibt.

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