Wegen Abschreibungen
Stada auf Talfahrt

Auf schlechte Nachrichten reagiert die Börse derzeit schnell und heftig. Das bekommen Aktionäre des Generikaherstellers Stada heute zu spüren. Ihre Anteilsscheine verlieren fast 20 Prozent.
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DüsseldorfTurbulente Zeiten an den Märkten sorgen für turbulente Aktienabstürze. Am Mittwoch trifft es den Generikahersteller Stada. Das Unternehmen hatte millionenschwere Abschreibungen angekündigt.

Anleger straften den Generikahersteller sofort ab, zeitweilig verlor die Aktie mehr als 17 Prozent. Das Unternehmen war damit Schlusslicht im MDax, der ebenfalls im Minus lag. Der Aktienkurs sank auf 19,23 Euro und den niedrigsten Wert in den vergangenen zwölf Monaten. In besseren Börsenzeiten wäre der Kurseinbruch wohl nicht derart heftig gewesen. Ein Marktteilnehmer nannte die Kursreaktion „etwas übertrieben“.

Stada muss nach eigenen Angaben im dritten Quartal 97 Millionen Euro auf Forderungen seiner serbischen Tochtergesellschaft Hemofarm abschreiben. Der Gewinn nach Steuern werde wohl um 85 Millionen Euro sinken. „Die 85 Millionen Euro fressen drei Viertel des Jahresgewinns auf“, sagte Equinet-Analyst Martin Possienke. Das Unternehmen habe bereits vor einem Jahr Gelder abgeschrieben. Vor diesem Hintergrund werde die neuerliche Abschreibung negativ aufgenommen. „Und von der Höhe her ist das schon ein ordentlicher Hammer.“ Unter einer solchen Nachricht leide die Glaubwürdigkeit des Managements, zudem lasse der Vorgang die „ohnehin nicht gerade üppige Eigenkapitaldecke“ von Stada weiter schmelzen. Angesichts dessen sei eine mögliche Kapitalerhöhung „zumindest nicht unwahrscheinlicher“ geworden. Trotz der Sonderabschreibung und der Kursverluste bekräftigte Stada seine Jahresprognose.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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