Wegen Bond-Engagement
Commerzbank-Aktie bricht schon wieder ein

Tag für Tag ein neues Rekordtief für die Commerzbank. Heute fällt die Aktie des Finanzinstitutes so stark wie seit März nicht mehr. Grund soll die Sorge um das Engagement der Bank bei südeuropäischen Staatsanleihen sein.
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FrankfurtDie Aktie der Commerzbank AG ist am Mittwoch im Frankfurter Handel so stark gefallen wie seit März nicht mehr. Investoren befürchten, dass das Engagement der Bank bei Staatsanleihen südeuropäischer Emittenten ihre Finanzprobleme verschlimmern könnte. Das in Frankfurt ansässige Geldinstitut musste in den vergangenen vier Jahren bereit fünf Mal sein Kapital erhöhen.

Die Titel der Commerzbank sackten in der Spitze um 6,9 Prozent auf 5,73 Euro ab, der niedrigste Innertageskurs überhaupt. Damit summieren sich die Verluste in diesem Jahr auf 46 Prozent. Der 47 Werte umfassenden Branchenindex Stoxx 600 Banks Index gab um drei Prozent nach.

„Es scheint erneut Besorgnis um die Bestände an Bonds von Peripherieländern wie Italien, Spanien und Portugal angesichts des Engagements der Bank dort zu geben“, sagt Riccardo Rovere, Analyst bei Mediobanca SpA in Mailand.

Stärker als die Aktie der Commerzbank fielen nur die Titel von Banken in Portugal und Spanien in einem Ausverkauf, der durch den Rücktritt des zweiten portugiesischen Ministers innerhalb von zwei Tagen ausgelöst wurde. Dieser trieb auch die Renditen zehnjähriger portugiesischer Anleihen erstmals seit November zeitweise auf über acht Prozent.

Commerzbank kam Ende März auf ein Engagement von 2,9 Mrd. Euro bei portugiesischen Verbindlichkeiten und von 12,2 Mrd. Euro bei spanischen Verbindlichkeiten, wie aus Meldungen der Bank hervorgeht. Die Zahlen enthalten Staatsanleihen, Bankanleihen, kommerzielle Immobilienkredite und andere Verbindlichkeiten.

Die Bank hat im Mai letztmals ihr Kapital erhöht und bot Altaktionären neue Aktien im Volumen von 2,5 Mrd. Euro, um damit die Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung sowie des Versicherers Allianz SE zurückzuzahlen.

„Bei der Commerzbank-Story gibt es nichts Attraktives“, sagt Dirk Becker, Analyst bei Kepler Capital Markets in Frankfurt. „Die Kapitalerhöhung, ein schwaches Ergebnis im ersten Quartal. Das zweite Quartal wird wohl kaum besser ausfallen und der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf und 2014 ist schwach. Es gibt gegenwärtig keinen Grund, die Aktie zu kaufen.“

Banken in Europa gerieten auch unter Abgabedruck, nachdem Standard & Poor's die Anlageurteile für die Deutsche Bank AG, Barclays Plc und Credit Suisse Group AG herabgesetzt hatte. Neue Bankenvorschriften und „ungewisse Marktkonditionen“ gefährden ihr Geschäft, sagte S&P am Dienstag.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wegen Bond-Engagement: Commerzbank-Aktie bricht schon wieder ein"

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  • Ist doch egal, dann kommt Mutti wieder an und rettet mit Steuergeldern die Bank. Die Manager der Commerzbank haben das doch schon erlebt, weshalb soll dies nicht ein zweites und drittes Mal funktionieren? Solange Frau Merkel an der Macht ist, kann weiter Monopoly gespielt und die Steruzahler angezapft werden.

  • Danke für diesen vernünftigen Beitrag - frei von pöbelhaftem Gegeifer.

  • Fakt: Kurs 5,82 Euro ! Lasst Sie alle Reden... und die nächsten Tage kommt dann wieder der Mann mit dem Hammer...!

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