Wegen einseitiger Produktfokussierung sehen Analysten Rückschlagspotenzial
Krebsmedikament treibt GPC-Kurs

Die Kursentwicklung des im TecDax gelisteten Biotechnologieunternehmens GPC Biotech erinnert fast an die alten Zeiten im Börsenboom: Von gut zwei Euro vor einem Jahr schoss die Notierung bis auf derzeit mehr als 16 Euro hoch. Allein innerhalb des letzten Monats verdoppelte sich der Wert der Aktie.

FRANKFURT/M. Kurstreiber ist das potenzielle Krebsmedikament Satraplatin. Händlern zufolge lockt es zunehmend auch professionelle Investoren auf den Plan. Das Medikament befindet sich in der letzten Phase der klinischen Entwicklung und steht damit vor der möglichen Zulassung in Europa und den USA.

GPC will mit dem Medikament gegen Prostatakrebs in einigen Jahren mehr als 500 Mill. Dollar umsetzen und dann erstmals die Gewinnschwelle erreichen. Da die Entwicklung von Medikamenten sehr kostenintensiv ist, schreiben in der jungen Biotechnologiebranche viele Unternehmen noch rote Zahlen – das dürfte sich mit zunehmendem Alter der Branche aber ändern. Mit der Zulassung rechnen die GPC-Krebsforscher in zwei Jahren, 2007 könnte Satraplatin dann auf den Markt kommen.

Da die Analysten von Lehman Brothers davon ausgehen, dass das Medikament auch gegen andere Tumore eingesetzt werden kann und damit ein weitaus größeres Absatzpotenzial hätte, erhöhten sie jüngst ihr Kursziel auf 19 Euro. „GPC ist als deutsches Biotechnologieunternehmen sehr gut aufgestellt“, lobt auch Analyst Rüdiger Weseloh von Sal. Oppenheim. Das Unternehmen werde sehr professionell geführt, Management und Forscher seien spitze, ergänzt Thomas Höger von der DZ-Bank. Insgesamt raten nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg von zwölf Analysten, die die Aktie beobachten, sieben zum Kauf, vier zum Halten und nur einer zum Verkauf.

Der Bedarf an Therapien gegen Prostatakrebs ist gewaltig: Neben Lungenkrebs ist die Tumorerkrankung die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr nach Schätzungen des Berliner Robert-Koch-Instituts über 30 000 Männer an Prostatakrebs.

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