Wegen erwarteter Kursverluste
Hedge-Fonds-Manager veräußern Aktien von Banken

Der bekannte Investor John Paulson hat seine Anteile an der Bank of Amerika und anderen Geldhäusern deutlich reduziert. Auch andere Hedge-Fonds-Manager beurteilen Aktien von Banken immer skeptischer.

FrankfurtAktien von Banken werden an den Börsen mehr und mehr zum Spekulationsobjekt der Investoren. Dies lässt sich nicht nur an den starken Kursbewegungen der letzten Tage ablesen, sondern dies geht auch aus aktuellen Pflichtmitteilungen von Hedge-Fonds an die US-Aufsicht SEC hervor.

Der Grund für die Spekulation mit diesen Titeln liegt nach Auffassung des erfahrenen New Yorker Anlage-Experten Robert C. Watson, klar auf der Hand. "Die Bilanzen der Banken enthalten noch immer eine Menge Schrott", sagt der Gründer der New Yorker Hedge-Fonds-Gesellschaft Lyster Watson & Company im Gespräch mit dem Handelsblatt. Investoren wetten daher darauf, dass der Kurs vieler Bankwerte weiter sinken wird.

Gerade im Hinblick auf die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III versuchten immer mehr Banken, ihre Schrottpapiere am Markt abzustoßen, sagt Watson. Doch das sei in diesen turbulenten Zeiten nicht immer so leicht. Denn die Risikobereitschaft der einstmals kauf- und risikowilligen Akteure etwa aus der Private-Equity- und Hedge-Fonds-Branche sei in den vergangenen Monaten stark geschrumpft. Vor diesem Hintergrund überrasche es nicht, dass bekannte Hedge-Fonds-Manager wie John Paulson oder George Soros ihre Portfolios anpassten.

John Paulson erkannte zuletzt, dass sich das starke Engagement seiner Hedge-Fonds-Gesellschaft Paulson & Co. zum Beispiel in der Aktie von Bank of America (BoA) zu einer massiven Fehlinvestition auszuweiten droht. Das wirkliche Ausmaß der Probleme der Bank of America am US-Immobilienmarkt habe ihn überrascht, hatte Paulson die Investoren seiner Fonds im Monat Juli im Rahmen eines Conference Calls wissen lassen.
Aus Pflichtmitteilungen der Paulson-Fonds gegenüber der Aufsichtsbehörde SEC geht hervor, dass der Hedge-Fonds-Manager seine Beteiligung an der Bank of America deutlich reduziert hat - und zwar von 124 Millionen Aktien Ende des ersten Quartals 2011 auf nur noch rund 60 Millionen Aktien zur Jahresmitte. Doch nicht nur das: Darüber hinaus hat Paulson auch Aktien anderer US-Finanzunternehmen, wie Hartford Financial Services Group und Sun Trust, in jüngster Zeit in seinen Portfolios stark reduziert.

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Hedge-Fonds-Manager veräußern Aktien von Banken

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Auch andere Hedge-Fonds-Manager veräußern ihre Bank-Aktien

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