Weihnachten im US-Handel
Walmart hofft auf entscheidende Jahresphase

Das Weihnachtsgeschäft steht an und Einzelhändler wie Walmart in den Startlöchern. Gestärkt von positiven Quartalszahlen bieten sich Aktionäre gute Gewinnchancen. Allerdings muss Walmart vorher eine Wende einleiten.
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Aktionäre schätzen die Walmart-Wertpapiere als felsenfeste Anlage. Skeptiker hingegen bemängeln die fehlende Aufwärtsdynamik. Gelingt es CEO Doug McMillon mit seiner Strategie, diese Dynamik nachhaltig zu entwickeln?

Als Walmart vergangene Woche die aktuellen Zahlen für das dritte Quartal präsentierte, rieben sich viele Experten vermutlich verwundert die Augen. Nachdem die jüngsten US-Konsumdaten wenig erfreulich ausgefallen waren, wurde dem Discountriesen nicht sonderlich viel zugetraut. Doch dem Handels-Giganten aus Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas gelang es, seine Kritiker Lügen zu strafen. Zwar sank der Gewinn minimal um ein knappes Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar. Dafür aber machte der seit Februar dieses Jahres von Doug McMillon geleitete Konzern auf seinem Heimatmarkt wieder mehr Umsatz, und das erstmals seit sieben Quartalen.

Insgesamt kletterte der Erlös um 2,8 Prozent auf 118,1 Milliarden US-Dollar. Zudem blieb ein Gewinn von 1,15 Dollar je Aktie und damit einen Cent mehr als im Vorjahreszeitraum. Marktbeobachter hatten zuvor mit einem Rückgang um zwei Cent gerechnet. Ohne Frage geben die Zahlen an sich noch keinen Anlass zu übermäßiger Euphorie.

Dennoch zeigen sie, dass die Arbeit von McMillon bereits erste Früchte trägt. Dieser erkannte einen sich gegen die riesigen Einkaufstempel gerichteten Trend, und halbierte kurzerhand die Zahl der geplanten neuen „Supercenters“. Das dadurch gesparte Geld investiert Walmart, zu dessen Hauptkonkurrenten das französische Unternehmen Carrefour sowie Tesco aus dem Vereinigten Königreich zählen, in den Aufbau des Onlinehandels, um Konkurrenten wie Amazon nicht völlig kampflos das Feld zu überlassen.

Drei Lager mit jeweils über 100.000 Quadratmeter Fläche hat Walmart dieses Jahr in Betrieb genommen, zwei weitere dieser Dimension werden bald folgen. Internetbestellungen sollen dadurch zügiger und effizienter abgewickelt werden können. Zusätzlich haben die Web-Kunden auch die Möglichkeit, die Waren online zu bestellen und in eine der zahlreichen Filialen – in den USA gibt es derzeit rund 4300 davon – selbst abzuholen. Im aktuellen Jahr betragen die Investitionen im Segment E-Commerce und im digitalen Geschäft rund eine Milliarde Euro. 2016 sollen sie einen Wert zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Dollar erreichen.

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