Weitere Abspaltung: Pirelli-Reifen sollen an die Börse

Weitere Abspaltung
Pirelli-Reifen sollen an die Börse

Der italienische Mischkonzern Pirelli will Medienberichten zufolge seine Reifensparte an die Börse bringen. Am Dienstag dieser Woche soll der Verwaltungsrat unter Führung des Präsidenten Marco Tronchetti Povera über den Plan entscheiden. Analysten schätzen den Wert der profitablen Reifensparte auf insgesamt rund 2,7 Mrd. Euro. Bis zu 30 Prozent sollen an der Börse platziert werden.

kk MAILAND. Für Pirelli wäre es bereits die dritte Abspaltung von Geschäftsbereichen. Erst im Juni des vergangenen Jahres hat der Konzern das traditionelle Kabelgeschäft für die Telekommunkations- und Energiebranche für 1,3 Mrd. Euro an einen Private-Equity-Fonds der US-Investmentbank Goldman Sachs verkauft und nur das Segment Breitbandkabel behalten. Zuvor hatte Pirelli im Juni 2002 seine aggressiv wachsende Immobilien-Tochter Pirelli Real Estate an die Börse gebracht, hält in diesem Bereich jedoch mit 52 Prozent immer noch die Mehrheit.

Mit einer Börsenplatzierung der Reifen-Tochter könnte Pirelli bis zu 850 Mill. Euro einspielen – frisches Kapital, das der Konzern 2006 gut gebrauchen kann. Auf Pirelli kommen im laufenden Jahr hohe Zahlungsverpflichtungen zu: Zum einen muss der Konzern, der über sein Finanz-Vehikel Olimpia mit einer 18-Prozent-Beteiligung Telecom Italia kontrolliert, einen ungeliebten Partner ausbezahlen: Die Investorengruppe Hopa, die im Zuge der italienischen Bankenskandale in Verruf geraten war, wird ihre 16-Prozent-Beteiligung an Olimpia verkaufen. Pirelli hat sich dafür bereit erklärt, zwei Drittel der Hopa-Beteiligung für 400 Mill. Euro zu übernehmen.

Außerdem läuft im Oktober ein Aktionärsabkommen jener Banken aus, die an Olimpia beteiligt sind. Die beiden Großbanken Unicredito und Banca Intesa können dann ihre Beteiligungen von jeweils 4,7 Prozent für je 550 Mill. Euro an Pirelli verkaufen. Insgesamt muss Pirelli also bis zu 1,6 Mrd. Euro für die weiteren Olimpia-Anteile aufwenden. Bisher hält der Konzern 57,6 Prozent an Olimpia. Wenn außer Hopa auch beide Banken verkaufen, käme Pirelli auf mehr als drei Viertel der Anteile.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%