Weitere Abwärtsrisiko für Dax aber gering
Alle Augen warten auf Allianz und Telekom

Händler und Analysten erwarten für die kommende Woche insgesamt eine Seitwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt - zumindest bis zum Donnerstag. Denn dann ist nicht nur T-Day, sondern mit der Allianz legt ein weiteres Indexschwergewicht Quartalszahlen vor. Und diese entscheiden nach Einschätzung von Börsianern über die weitere Richtung des Dax.

Der Unternehmenskalender ist auch in der kommenden Woche noch einmal gut gefüllt. Unter anderem legen MAN, RWE, Deutsche Telekom, Lufthansa und ThyssenKrupp Quartals- und Halbjahreszahlen vor. Die Lufthansa könnte Analysten zufolge im zweiten Quartal mit einem operativ positiven Ergebnis überraschen. Bei der Telekom rechnen die Experten im Vergleich zu dem starken ersten Quartal mit einem leichten Ergebnisrückgang, besonders in den Bereichen T-Mobile und T-Com. vwd/8.8.

2003/ves/bek/gos

rtr/vwd FRANKFURT/M. Nach der seit März 2003 andauernden Kurs-Rally mit einem Plus von 57 % hat sich der Dax nach Ansicht der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) eine Verschnaufpause auch verdient. Je nach gesamtwirtschaftlicher Datenlage könne es dabei zu Ausschlägen nach oben oder unten kommen.

„Am Donnerstag wird es richtig spannend“, sagte ein Händler mit Blick auf die für diesen Tag geplante Bekanntgabe der Quartalszahlen der beiden Index-Schwergewichte. „Da nächste Woche kaum wichtige Konjunkturdaten anstehen, werden alle nur diese Quartalszahlen spielen. Und wir haben ja gesehen, wie stark der Dax zuletzt auf Unternehmensergebnisse reagiert hat.“

Die Aktienstrategen der Commerzbank beobachten allerdings seit Tagen „spürbaren Verkaufsdruck“ auf die Aktienmärkte. Die Schwäche sei überraschend. Die Experten begründen die steigende Nervosität der Anleger zum einen mit dem eingetrübten charttechnischen Bild und zum anderen mit den als zum Teil schwach empfundenen Unternehmenszahlen. Nicht selten seien Gewinnmitnahmen sogar von guten Zahlen ausgelöst worden. Denn: Die Investoren schauten nicht allein auf die Zahlen zum abgelaufenen Quartal, sagten Marktteilnehmer weiter. Wichtig sei auch der Ausblick. Bei der Telekom und auch bei RWE sei in der kommenden Woche zudem das Thema Schuldenabbau von besonderem Interesse.

Weiteres Abwärtsrisiko gering

Allerdings dürfte das weitere Abwärtsrisiko für den Dax jetzt gering sein, heißt es. Die Commerzbank sieht bei 3 200 Punkten eine gute Unterstützung für den Dax. Trading-orientierten Anlegern empfiehlt die Bank, Neuinvestments in der kommenden Woche zurückzustellen.

Für die Bankgesellschaft Berlin (BGB) befindet sich der Dax in seiner verdienten Sommerpause. Eine Fortsetzung der Konsolidierung sei nicht überraschend, zumal der Markt an wichtige Widerstandsmarken gestoßen sei, die ohne neue Impulse nur schwer zu überwinden seien. Zwar sei der Aktienmarkt von einigen zurückhaltenden Ausblicken, unter anderem von Cisco, belastet; alles in allem sei die Berichtssaison aber positiv verlaufen. So könne das konjunkturelle Umfeld langsam eine weitere Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten vorbereiten. Auf Grund des starken Anstiegs des US-BIP sowie des Produktivitätswachstums scheine zumindest in den USA schon ein Wirtschaftsaufschwung stattzufinden, so die Analysten der BGB.

Mit einer gewissen Zeitverzögerung mehren sich nach Ansicht der BGB auch in Euroland die Anzeichen für eine Konjunkturerholung. So wiesen die gesamtwirtschaftlichen Daten für die nächste Berichtssaison Besserungstendenzen auf, die sich positiv auf die Unternehmenszahlen auswirken und Kurszuwächse nach sich ziehen könnten. Hier sind die Strategen der LRP allerdings vorsichtiger: Eine konjunkturelle Aufhellung ist ihrer Meinung nach mit dem Kursanstieg seit März bereits eingepreist. Sie empfehlen die anstehende Konsoldierung zum Positionsaufbau zu nutzen, da sie für 2004 eine Stärkung der Wirtschaft erwarten.

Bei den für die nächsten Woche anstehenden Konjunkturdaten sehen Marktbeobachter lediglich den US-Einzelhandelsumsatz als potenziellen Kurstreiber. Dieser werde deutlich besser erwartet und könne den Aktien etwas Unterstützung gewähren. Alle anderen Zahlen würden nur leicht besser oder auch etwas schwächer erwartet und dürften daher kaum große Kursimpulse geben.

Netto-Gewinn oder -Verlust bei der Telekom?

Analysten rechnen bei der Telekom operativ mit einem Ergebniswachstum. Allerdings sind sie gespalten in der Frage, ob der Bonner Konzern unter dem Strich einen Gewinn oder einen Verlust verbucht hat. Beim Thema Schuldenabbau hat die Telekom nach Einschätzung der Branchenkenner ihr Ziel für Ende 2003 bereits zur Jahreshälfte fast erreicht.

Bei der Allianz dürften Anleger auch diesmal wieder der Geschäftsentwicklung der Tochter Dresdner Bank erhöhte Aufmerksamkeit schenken, sagten Börsianer weiter. Im Gegensatz zu vorangegangenen Quartalen, in denen die Dresdner dem Gesamtkonzern hohe Verluste bescherte, rechneten Branchenkenner diesmal aber mit einem deutlich besseren Ergebnis.

RWE hat nach Einschätzung von Analysten wegen der Einbeziehung neuer Töchter im abgelaufenen Quartal einen kräftigen Gewinnanstieg verbucht. Durch den Verkauf von Beteiligungen ist der Umsatz aber voraussichtlich stark zurückgegangen.

Zahlreiche weitere Geschäftszahlen erwartet

Einige Börsianer warteten zudem mit Spannung auf die Zahlen von MAN in der kommenden Woche. Hier interessiert sie insbesondere die Frage, in wie weit sich die Euro-Stärke der vergangenen Monate im Quartalsergebnis des Nutzfahrzeug-Herstellers und Maschinenbauers niedergeschlagen habe. Im Dax haben außerdem Lufthansa, Linde, Eon und Thyssen Krupp die Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen angekündigt.

Im TecDax will die Telekom-Tochter T-Online am Dienstag Ergebnisse vorlegen. Nach der jüngsten Index-Rangliste der Deutschen Börse hat der Internet-Anbieter neben dem im MDax gelisteten Reifenhersteller Continental die größten Chancen, MLP im deutschen Leitindex zu ersetzen.

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