Weitere Übernahmen erwartet – Unklare Strategie für die Handy-Sparte gilt allerdings als Belastungsfaktor
Analysten loben Siemens für Zukäufe

Siemens ist auf Einkaufstour. Im Januar kaufte der Münchner Mischkonzern den österreichischen Anlagenbauer VA-Tech für knapp eine Milliarde Euro, Anfang März die US-Medizintechnik-Firma CTI für 985 Millionen Dollar und vergangene Woche den Getriebehersteller Flender für rund 1,2 Milliarde Euro.

HB BERLIN. Alle drei Zukäufe waren keine Schnäppchen. Doch die Analysten sind sich einig: Für Siemens sind sie durchaus sinnvoll.

Beispiel Flender: „Der Weltmarktführer für industrielle Getriebe war nicht ganz billig“, sagt Thomas Hofmann, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Allerdings gebe es regional und auch produktspezifisch zwischen Siemens und Flender kaum Überschneidungen. Und auch die operative Marge des Getriebeherstellers erreiche fast die interne Zielmarke von Siemens in Höhe von elf bis 13 Prozent, sagt Hofmann. Insgesamt werde Siemens zusammen mit Flender rund zehn Mrd. Euro jährlich in diesem Geschäftsbereich umsetzen und damit seinen Weltmarktanteil auf 40 Prozent schrauben, sagt Frank Rothauge, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim in Frankfurt.

Beispiel CTI: „Eine Mrd. Dollar für einen Umsatz von nicht einmal 500 Mill. Dollar sind verdammt teuer“, sagt Rothauge, ergänzt aber: „Für ein Industrieunternehmen wie Siemens ist es wichtig, in den neuen Technologien Wachstum zu generieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Die Firma CTI, die bildgebende Geräte zur Früherkennung von Krebs und Alzheimer herstellt, bietet Siemens nicht nur Innovation, sondern auch gesunde Margen. So rechnen die Analysten von Goldman Sachs für diesen Bereich der Medizintechnik in den kommenden fünf Jahren mit einem jährlichen Gewinnwachstum von 13 Prozent.

Bei solchen Aussichten könne man auch mal etwas mehr bezahlen, sagt Rothauge. Zumal die Siemens-Bilanz Übernahmen in der Größenordnung von einer Mrd. Euro locker hergebe und auch die Integrationskosten überschaubar blieben.

„Siemens zeigt, dass es auch noch andere Verwendung für Bargeld gibt als eigene Aktien zurückzukaufen oder das Geld an die Aktionäre auszuschütten“, sagt James Stettler von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein. „Das ist eine gute Art, Geld auszugeben.“

Seite 1:

Analysten loben Siemens für Zukäufe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%