Weltgrößter Internetsuchdienst geht an die Börse
Google steht in den Startlöchern

Der US-Internetkonzern Google und dessen Emissionsbanken haben bei der US-Börsenaufsicht SEC den Start des Börsengangs für Dienstag um 22 Uhr europäischer Zeit beantragt. Eine Stunde, nachdem der Börsengang wirksam geworden ist, könnten die Konsortialbanken Gebote von Anlegern annehmen, teilte das Unternehmen gestern auf seiner Internet-Seite mit.

tmo/HB NEW YORK. Der weltgrößte Internetsuchdienst geht per Online-Auktion an die Börse. Seit Freitag geben Investoren ihre Gebote per Mausklick ab. Kurz vor Beginn der Auktion verschickte Google per E-Mail einen neuen Anlageprospekt mit einem Interview, das die beiden Google- Gründer Sergey Brin und Larry Page dem Magazin Playboy gaben. Google wies darauf hin, dass dieses Interview womöglich die Schweigepflicht vor Börsengängen verletzt. Die US-Börsenaufsicht SEC erlaubte die Internet-Auktion nach Prüfung des neuen Prospektes zunächst, eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Damit steht der bisher größte Börsengang einer Internetfirma unter Vorbehalt.

Insgesamt sollen rund 25,7 Mill. Google-Aktien auf den Markt kommen. Der Internetsuchdienst nannte vor der Versteigerung eine Preisspanne von 108 bis 135 Dollar je Aktie. Damit könnte die Emission bis zu 3,4 Mrd. Dollar einbringen. Sollte die SEC die Emission nachträglich für ungültig erklären, muss Google nach eigenen Angaben den Rückkauf der Aktien anbieten. Für Anlegerklagen nach dem Börsengang sehen US-Anwälte trotzdem wenig Anlass. Der frühere SEC-Kommissar Ed Fleischmann, heute Anwalt der Großkanzlei Linklaters, sieht in dem Playboy-Interview keinen Klagegrund. „Ich glaube nicht, dass das trägt“, sagte Fleischmann dem Wall Street Journal. Das Interview gaben die Google-Gründer vor dem Börsengang. Sie äußern sich darin nur sehr allgemein zu ihrem Unternehmen.

Der Handel mit Google-Aktien könnte möglicherweise bereits am Mittwoch oder Donnerstag beginnen. Die Google-Aktien sollen unter dem Aktiensymbol „GOOG“ an der Nasdaq-Börse gehandelt werden. Die Google-Aktienauktion wird von insgesamt 28 Investmentbanken begleitet, die die bei der Versteigerung eingehenden Offerten der Kaufinteressenten seit vergangenen Freitag entgegen genommen haben. Dazu zählt auch die Deutsche Bank Securities.

Google selbst will bei dem Börsengang 14,14 Mill. Aktien verkaufen, während existierende Google-Aktionäre 11,55 Mill. Aktien unterbringen wollen. Sollte der angestrebte Preisrahmen erreicht werden, würde dies je nach tatsächlichem Verkaufskurs einen Gesamtemissionswert zwischen 2,8 Mrd. Dollar und 3,5 Mrd. Dollar (2,8 Mrd Euro) bedeuten. Es wird allerdings nur ein kleiner Teil aller Google-Aktien bei dem Börsengang an freie Aktionäre verkauft. Google hat nach der Emission insgesamt 271,2 Mill. Aktien ausstehen.

Der Gesamtwert aller Google-Aktien könnte bei dem Höchstpreis bis zu 36 Mrd. Dollar erreichen. Ford hat beispielsweise nur einen Marktwert von knapp 26 Mrd. Dollar, während die Yahoo-Aktien mit mehr als 38 Mrd. Dollar bewertet werden.

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