Wem der Dax gehört
Deutsche Großinvestoren sind auf dem Rückzug

Institutionelle deutsche Investoren ziehen sich immer mehr aus den Dax-Konzernen zurück. US-Anleger dominieren die Investorenlandschaft im deutschen Leitindex. Der größte Einzelinvestor kommt allerdings aus einem anderen Land.
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FrankfurtDie Wirtschaft in Deutschland läuft so rund wie nirgendwo anders in Europa, doch die deutschen Investoren lässt das kalt. Bei den Dax-Firmen überlassen sie internationalen Anlegern immer stärker das Feld. Nordamerikanische Investoren bilden dabei die größte Investorengruppe, doch auch die Anteile europäischer Fonds unter anderem aus Frankreich und der Schweiz sowie aus Großbritannien und Irland legen zu. Das geht aus einer Studie des Deutschen Investor Relations Verbands (Dirk) und der Beratungsfirma Ipreo hervor, die den institutionellen Streubesitz des deutschen Leitindex Ende 2013 und 2014 ausgewertet und verglichen haben.

Demnach entfallen auf institutionelle Investoren nun insgesamt gut 65 Prozent der Marktkapitalisierung im Dax. Strategische Ankerinvestoren wie Familien, Stiftungen und – zu einem geringeren Teil - der Bund machen etwa 20 Prozent aus. Der Anteil der Privatanleger an den Firmen aus der obersten Börsenliga ging von 15 auf nur noch 13 Prozent zurück.

Der institutionelle Streubesitz des Dax wird dabei zunehmend internationaler. Kay Bommer, Geschäftsführer des Dirk und Mit-Autor der Studie, sagt: „Die steigende Internationalität und Attraktivität der Dax-Emittenten ist klar zu erkennen.“  Martin Steinbach von der Beratungsfirma EY, der die Aktionärsstruktur im Dax ebenfalls vor kurzem untersucht hat, geht davon aus, dass der Anteil ausländischer Investoren im laufenden Jahr sogar noch weiter steigen wird: „Das anhaltend starke Engagement ausländischer Investoren beweist, wie sehr die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden.“

Der größte Einzelinvestor im deutschen Leitindex ist laut der Dirk-/Ipreo-Studie die Norges Bank. Die norwegische Zentralbank, die die Auslandsinvestitionen des landeseigenen Staatsfonds steuert, hat zwar ihr Engagement bei den Dax-Firmen im Jahr 2014 um 5,2 Milliarden Dollar auf 24 Milliarden Dollar zurückgefahren. Weitere Verkäufe könnten drohen: Nachdem der Finanzausschuss des norwegischen Parlaments beschlossen hat, dass sich der Fonds aus Energieunternehmen, deren Umsatz zu mindestens 30 Prozent aus dem Kohlegeschäft stammt, zurückziehen soll, dürfte der Anteil an RWE auf dem Prüfstand stehen.

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