Weniger Staatsgarantien
Coba-Aktie geht durch die Decke

Die Commerzbank startet durch: Nachdem Vorstands-Chef Martin Blessing auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" verkündete, vom Soffin bereits genehmigte Garantien ungenutzt zurückzugeben macht die Coba-Aktie einen Riesensatz und schnellt um fünfzehn Prozent nach oben.

HB FRANKFURT. Blessing bekräftigte auf der Handelsblatt-Konferenz sein Ziel, 2011 wieder profitabel zu sein. Unter günstigen Bedingungen könne das auch früher der Fall sein. Zudem will sich die zweitgrößte deutsche Bank schneller als geplant aus der Hand des Staates befreien und weitere Staatsbürgschaften über fünf Milliarden Euro zurückgeben .

Die Commerzbank wolle überdies keine staatlich besicherten Anleihen mehr begeben. Insgesamt hatte der Bund der Commerzbank angeboten, mit 15 Milliarden Euro für solche Anleihen zu bürgen. Ein Drittel der Summe hatte das Institut in Anspruch genommen, ein weiteres Drittel bereits im August zurückgegeben. Die Ankündigung katapultierte die Aktie auf den höchsten Stand seit November 2008. Die zweitgrößte deusche Bank setzt damit ihren Höhenflug fort. Seit Monatsbeginn hat die Coba-Aktie um rund 30 Prozent zugelegt.

Mit der Garantie-Rückgabe verringert die Commerzbank ihre Belastungen, da der Bund relativ hohe Zinsen für seine Bürgschaften verlangt. Außerdem bestätigte Blessing, auch die Kapitalspritze von rund 18 Milliarden Euro nach wie vor spätestens ab 2012 an den Bund zurückzuzahlen. Der Bankenrettungsfonds SoFFin hatte die Commerzbank gestützt, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise und durch die Übernahme der Dresdner Bank in Schieflage geraten war.

Angesichts der Entspannung setzt sich Blessing ambitionierte Ziele. Die Commerzbank sei auf einem guten Weg, die "beste Bank in Deutschland" zu werden. Die Krise habe klar verdeutlicht, dass die Banken ein stabiles Geschäftsmodell bräuchten, bilanzierte Blessing. Das sei im Falle der Commerzbank das Privat- und Firmenkundengeschäft, aber auch Mittel- und Osteuropa. Ein Verkauf des dortigen Geschäfts stehe deshalb nicht zur Debatte. Problemportfolios würden dagegen sukzessive abgebaut.

Auch das bisherige Bonus-Modell steht inzwischen auf dem Prüfstand: „Wir arbeiten gerade an einem neuen Vergütungsmodell für Mitarbeiter und Führungskräfte“, sagte Blessing. Dabei stünden vor allem Nachhaltigkeit und Erfolgsabhängigkeit im Blick. Künftig sollen Boni im Falle von Verlusten möglicherweise auch zurückgefordert werden. Ein Teil der Boni könnte in Aktien mit langer Haltefrist ausgezahlt werden.

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