Werbevermarkter
Goldbach Media geht an die Züricher Börse

Der Werbevermarkter Goldbach Media geht noch in diesem Monat an die Züricher Börse. Das Geld aus dem Börsengang will das Unternehmen, das auch in Deutschland aktiv ist, in neue elektronische Angebote und in die Expansion nach Osteuropa stecken.

ZÜRICH. Die Schweizer Goldbach Media Gruppe wird nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen voraussichtlich noch in diesem Monat an die Züricher Börse gehen. Das Unternehmen verfügt bislang über eine Hand voll Großaktionäre, zu denen neben Mitgliedern aus Management und Verwaltungsrat auch die Beteiligungsgesellschaft des Metro-Gründers Otto Beisheim sowie der Finanzinvestor 3i gehören. Wer welchen Anteil verkauft, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Als sicher gilt, dass der Finanzinvestor Kasse machen wird.

Der Börsengang des Unternehmens, das im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 200 Mill. Franken (125 Mill. Euro) ein Ergebnis von fünf Mill. Franken erzielte, gilt unter Analysten vom Volumen her zwar nicht als groß. Allerdings sei das Geschäftsmodell der seit rund 20 Jahren existierenden Goldbach Media Gruppe durchaus interessant.

Das Unternehmen sieht sich nach Auskunft seines Chefs Klaus Kappeler als „Kommunikationslogistiker“. Es berät Kunden, die Werbung in elektronischen Medien schalten wollen, wo und wie sie ihre Zielgruppe am besten erreichen. Und es berät auf der anderen Seite Anbieter elektronischer Plattformen wie etwa den Fernsehsender RTL oder das größte Schweizer Internetportal, die Swisscom-Tochter blu-win, wie sich deren Einnahmen aus Werbung erhöhen lassen. Goldbach Media ist ursprünglich aus einem der ersten Schweizer Privatradios hervorgegangen. Inzwischen sind alle Radiobeteiligungen verkauft. Goldbach produziert damit keine eigenen Inhalte mehr, sondern konzentriert sich ganz auf die Vermarktung. Die Wachstumsraten sind zweistellig; besonders der Bereich der Werbung im Internet boomt. Kappeler rechnet damit, dass die Internet-Werbung, die derzeit 16 Prozent zum Umsatz beiträgt, in drei Jahren bereits ein Drittel des Umsatzes ausmachen wird.

Das Geld aus dem Börsengang will das Unternehmen, das auch in Deutschland aktiv ist, in neue elektronische Angebote und in die Expansion nach Osteuropa stecken. Goldbach Media ist bereits vor vier Jahren nach Österreich expandiert und ist auch dort inzwischen die Nummer eins der Branche.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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