Werbung für RIM
Blackberry profitiert von Obama

Der mächtigste Mann der Welt nutzt ihn täglich und auch viele Geschäftsmänner können sich ein Leben ohne Blackberry nicht mehr vorstellen. Der Hype um das Smartphone treibt auch die Aktie des Herstellers Research in Motion (RIM) zu Höhenflügen an.

STUTTGART. US-Präsident Obama ist einer seiner treuesten Fans, und auch der Aktienmarkt hat den Blackberry zum neuen Lieblingskind erkoren: Rund 80 Prozent legten die Titel des Mutterkonzerns Research In Motion (RIM) in nur einem Monat zu, davon allein 25 Prozentpunkte am Tag nach der Bilanzkonferenz.

Denn trotz Finanzkrise, die auch vielen Technologie-Unternehmen Probleme bereitet, meldeten die Kanadier überraschend positive Quartalszahlen, die sogar die Erwartungen der Analysten übertrafen: fast 3,5 Mrd. US-Dollar Umsatz und einen Gewinn von 90 Cent pro Aktie. Für das laufende Quartal erhöhte das Unternehmen die Prognose auf 88 bis 97 Cent pro Aktie. Das Smartphone Blackberry, das E-Mails, Adressbuch, Kalender und Handy zugleich bietet, war auch in diesem Quartal das mit Abstand wichtigste Produkt der Firma.

Der US-Präsident habe daran einen großen Anteil, sagen Experten. „Obama ist der berühmteste Mann der Welt, er nutzt seinen Blackberry ständig und das ist die beste kostenlose Werbung“, sagte Technologie-Analyst Peter Misek vom Investmenthaus Canaccord Adams dem Fernsehsender CNBC.

Auch sonst stehen die Sterne derzeit günstig für RIM. Die Netzbetreiber Vodafone, Verizon und AT&T rühren eifrig die Werbetrommel für den Blackberry, weil er gute Margen verspricht und gleichzeitig nur einen Bruchteil der Netzfrequenz eines normalen Handys in Anspruch nimmt.

Ein guter Zeitpunkt für RIM, das Geschäft mit den Privatkunden zu verstärken, die bislang bei der Blackberry-Gefolgschaft in der Minderheit waren. Das scheint zu funktionieren: In diesem Vierteljahr erwartet man etwa vier Millionen neue Nutzer – so viele waren bereits im vergangenen Quartal hinzugekommen. Etwa 70 Prozent der neuen Nutzer waren dabei Privatkunden. Sie machen damit inzwischen rund die Hälfte der insgesamt 25 Millionen Nutzer aus. Auch in Zukunft „wird das Unternehmen deutlich aggressiver als früher versuchen, das Geschäft mit den Privatkunden auszubauen“, erwartet Jim Suva von Citigroup Investment Research.

Brian Modoff von der Deutschen Bank warnt jedoch, der Privatmarkt sei traditionell schwankungsanfälliger als das Geschäftskundensegment. „Das bedeutet, dass RIM ständig neue Produkte und Programme auf den Markt bringen muss.“

Entsprechend powert das Unternehmen derzeit. Das Modell „Blackberry Storm“, ein Konkurrent für Apples I-Phone, bringt RIM nach Firmenangaben Neuabonnenten in Rekordhöhe. Die erste klappbare Version sei ebenfalls vielversprechend gestartet. Hinzu kommen neue Applikationen, also speziell für den Blackberry designte Software. Nun stehe und falle der Erfolg mit dem Wachstum der Kundenzahlen, sagt Vivek Arya von Bank of America.

Angesichts der verbesserten Aussichten setzten in den vergangenen Tagen viele Analysten ihre Urteile und Kursziele herauf. Mehr als die Hälfte der Banken raten damit zu einem Kauf der Aktie. Trotz der jüngsten Kursrally liegt der Preis mit knapp 60 Dollar noch immer deutlich unter dem Stand vom vergangenen Juni. Damals erreichten RIM ein Fünfjahreshoch bei fast 150 Dollar.

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