Wien beobachtet Börsengang mit Spannung
Intercell kann sich am ersten Tag behaupten

Die Intercell-Aktie ist gestern an der Wiener Börse freundlicher als erwartet gestartet. Der erste Kurs des österreichischen Biotechnologie-Unternehmens wurde mit 6,23 Euro festgestellt. Das liegt um mehr als 13 Prozent über dem Emissionskurs von 5,50 Euro pro Aktie.

oli HB WIEN. Damit schickt die Börse das neu am Parkett gestartete Unternehmen auf eine Berg- und Talfahrt. Intercell hatte in der vergangenen Woche einräumen müssen, dass der Mindestpreis von 6,75 Euro, den die Wiener pro Aktie erzielen wollten, nicht zu erreichen sei. Vom Höchstpreis, der mit 8,50 Euro taxiert worden war, waren die Österreicher weit entfernt. Dennoch rechnete Finanzvorstand Werner Lanthaler damit, beim Börsengang genügend frisches Kapital einzunehmen, um wachsen zu können. Das Unternehmen braucht Geld, um seine Impfstoffe wie den gegen Hepatitis C weiter entwickeln zu können. Durch die Ausgabe von 8,5 Mill. Aktien erlöst Intercell 46,75 Mill. Euro. Ursprünglich rechnete das Unternehmen mit einem Emissionsvolumen von bis zu 72,3 Mill. Euro. Lanthaler wollte die unterschrittene Preisspanne nicht als schlechten Start bewertet wissen. Vielmehr habe Intercell die „besten Bio-Tech-Investoren gewonnen, die es gibt“. Sie hätten jedoch eine „hohe Preissensivität“ gezeigt.

In Wien ist der Börsengang mit Spannung beobachtet worden. Die Börse entwickelt sich zwar gut, Neuzugänge fehlen aber seit Monaten, Biotechnologie-Unternehmen gab es bislang gar keine. Intercell verfügt über Geld von Venture-Fonds wie Nomura, Go Equity und anderen. Bislang ist noch keines der Intercell-Impfstoffe zugelassen. Für manche Analysten kommt der Börsengang deswegen zu früh: Börseninvestoren seien in der Regel kurzfristig orientiert, das mache Druck auf das Unternehmen, was in einer Phase vor Gewinnen schwierig werden könnte, heißt es etwa von den Analysten des Erste-Bank-Konzerns.

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