"Win-win-Situation"
Anleger feiern Commerzbank und Allianz

Mit deutlichen Kursgewinnen setzen sich Allianz und Commerzbank an die Spitze des Dax. Auch Analysten bewerten die frühere Komplettübernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank unisono positiv für beide Seiten. Schaut man auf die Kursziele der Experten, haben beide Aktien noch viel Luft nach oben.

rad/HB FRANKFURT. Die überraschende Ankündigung der Commerzbank, dass sie die Dresdner Bank früher als geplant vollständig übernehmen wird, ist an der Börse auf ein positives Echo gestoßen. Sowohl die Aktien der Commerzbank als auch die Titel der Dresdner-Bank-Mutter Allianz legten deutlich zu. Zur Handelseröffnung ging es für die Commerzbank um 17 Prozent nach oben und auch Allianz-Titel legten in der Spitze prozentual zweistellig zu.

Zum Handelsschluss lag die Allianz immer noch rund neun Prozent im Plus bei 65 Euro. Commerzbank-Aktien litten hingegen zum Teil unter Gewinnmitnahmen, sodass das Plus auf mehr als vier Prozent auf 7,21 Euro zusammenschrumpfte. Das reichte aber immer noch aus, um sich vor die restlichen Dax-Werte zu setzen.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zur Allianz-Aktie.

Commerzbank und Allianz hatten am späten Donnerstagabend mitgeteilt, dass die Commerzbank die Dresdner schon im Januar 2009 komplett übernehmen wird und nicht erst in der zweiten Jahreshälfte. Zugleich kostet der seit Jahren größte Deal in der deutschen Finanzindustrie Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus mit 5,1 Mrd. Euro nur etwas mehr als die Hälfte der zunächst kalkulierten 9,8 Mrd. Euro. Allerdings wird sie die zweite Tranche von 40 Prozent der Dresdner-Anteile nicht wie zuvor geplant in eigenen Aktien, sondern in bar bezahlen.

"Ich halte die Vereinbarung aus der Sicht der Allianz für positiv, aber man sollte es nicht überbewerten", sagte Thilo Gorlt von der BHF-Bank. "Es ist ein richtiger Schritt, den man eigentlich schon im August hätte erwarten dürfen." Positiv sei, dass die Allianz nun eine höhere Barkomponente erhalte, weitaus geringer an der Commerzbank beteiligt sei und sich die Komplexität der Transaktion generell verringere. Dennoch stünden dem Versicherer härtere Zeiten im Kerngeschäft bevor. "Deswegen ist im operativen Geschäft noch lange nicht alles rosig", sagte Gorlt.

Nach Meinung von Michael Seufert, Analyst bei der NordLB, schafft die vorgezogene Komplettübername eine "Win-win-Situation" für alle Beteiligten. Die Commerzbank profitiere dadurch, dass sie einen geringeren Preis zahlen muss. Außerdem könne sie die Integration der Bank schneller vorantreiben und auf Formalitäten wie eine außerplanmäßige Hauptversammlung verzichten. Für die Allianz schaffe der vorgezogene Verkauf der Dresdner-Bank-Anteile Planungssicherheit für 2009. Die Allianz hatte die Dresdner 2001 für 24 Mrd. Euro übernommen.

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