Windkraft
Der Klub der 300-Prozent-Aktien

Der Windkraft-Hype ist schon lange vorbei? Falsch. 2013 legten die Hersteller von Windkraftanlagen an der Börse eine unvergleichliche Aufholjagd hin. Kurssteigerungen jenseits der 200-Prozent-Marke sind keine Seltenheit.
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DüsseldorfMit der Branche der erneuerbaren Energien verbindet man in der Regel große Verluste, Entlassungen und Insolvenzen. Investitionen in diesen Sektor verschwanden so schnell wie die Firmen zuvor aus dem Boden gesprossen waren. Besonders Solarkonzerne gelten als warnendes Beispiel. Q-Cells, Solarworld und Co. waren die Großen der ersten Stunde des Solar-Hypes. Heute sind sie die ersten und größten Pleitegeier der Branche.

Doch längst nicht alle Konzerne verschwanden im Nichts. Im Gegenteil: Aktien von Windkraftanlagenherstellern starteten in den vergangenen Monaten eine unvergleichliche Aufholjagd. Die Zahlen sprechen für sich: Nordex legte 290 Prozent zu, Gamesa 310 Prozent und Vestas sogar satte 370 Prozent – und das seit Jahresanfang. Zum Vergleich: Apple-Aktien, die sonst als Beispiel unglaublicher Kursperformance genannt werden, verloren im selben Zeitraum rund zehn Prozent. Google brachte es lediglich auf ein Plus von 20 Prozent.

„Wenn ich auf die Möglichkeiten blicke, bin ich im großen und ganzen davon überzeugt, dass die erneuerbaren Energien die Zukunft sind“, sagte kürzlich Vestas-Vorstand Anders Runevad. „Es gibt eine Reihe von positiven Impulsen allerdings liegt noch einiges an Arbeit vor uns.“

Doch was ließ die Windkraftaktien derart stark steigen? Um das zu verstehen, muss ein großer Bogen gespannt werden. Zahlreiche Faktoren bedingen die unglaubliche Performance.

Lange Zeit plagten die Windkraftbauer nämlich ähnliche Probleme wie die Solarbranche. Zunächst stieg die Produktion unterfüttert von Subventionen rasant an. So stark, dass die Nachfrage nicht nachkam. Viele Hersteller drängten seit den 1990-Jahren in den lukrativen, weil staatlich geförderten, Markt. Überall traten die neuen Windkraftkonzerne wie Pilze aus dem Boden hervor.

Die hohe Zahl der Marktteilnehmer sorgte für einen überaus unprofitablen Wettbewerb. In der Branche entwickelte sich eine Preisdumping-Kultur, bei der nur wenige Anbieter mithalten konnten. Seit 2008 rauschten die Turbinenpreise um satte 30 Prozent nach unten.

Kommentare zu " Windkraft: Der Klub der 300-Prozent-Aktien"

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  • Paradebeispiel für eine grasse Fehleinschätzung, sowohl der Ursache als auch der Wirkung.

  • Tolle Verkaufsargumente? Hier will wohl jemand wieder einmal seinen "Mist", sprich Aktien, in möglichst großen Stückzahlen unter die breite Masse streuen und Kasse machen?

  • Abseits historischer, dem Tourismus geschuldeter Windmühlen, dreht sich nirgends auf diesem Planeten eine Windmühle die nicht subventioniert wird.

    In den meisten Fällen können die Windmühlen auch nicht die vollen Betriebskosten, wie Reparaturen, aus Stromerträgen erwirtschaften. Bei einem Subventionsstop werden die Windmühlen sobald Reparaturen anstehen aufgegeben. In den USA sieht man grosse aufgegebene Windparks.

    Die Altindustriestaaten haben in den vergangenen Jahren mehrere 10000 Windmühlen installiert. Gem. meiner persönlicher Einschätzung sind die meisten Länder eher daran interessiert diese Subventionen zu reduzieren, denn auszubauen.

    Insofern mögen die kurzfristigen Perspektiven für die Windanlagenbauer attraktiv sein, langfristig sehe ich für diese Branche eher schwarz. Auch das Ersatzteil/Reparaturgeschäft ist langfristig bedroht.

    Vandale

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