Wirbelstürme in den USA behindern Rohstoffnachschub
Produktionsprobleme lasten auf Goodyear

Der weltgrößte Reifenfabrikant Goodyear leidet kräftig unter den Spätfolgen der beiden Wirbelstürme „Rita“ und „Katrina“. Da der Nachschub an wichtigen Rohstoffen stockt, muss Goodyear zurzeit die Produktion um 30 Prozent zurückfahren, erklärte Sprecher Keith Price.

HOUSTON. Zuvor hatte auch Konkurrent Cooper Tire & Rubber ähnliche Probleme gemeldet. Einige Experten spekulieren bereits, dass ausländische Reifenfabrikanten von der angespannten Lage profitieren könnten.

An der Börse haben die Produktionsprobleme schon Wirkung gezeigt: Die Investoren stoßen ihre Anteile massiv ab. In der vergangenen Woche verlor der Aktienkurs von Goodyear fast zehn Prozent. Nur einer von sechs Analysten rät derzeit noch zum Kauf des Papiers. Zwar könnte ein knapperes Angebot den Reifenfabrikanten nach Meinung von Rod Lache von der Deutschen Bank kurzfristig helfen, die Preise in die Höhe zu treiben. „Aber auf längere Sicht haben selbst vorübergehende Produktionsrückgänge in der Reifenbranche häufig dauerhafte Auswirkungen auf den Marktanteil. Die Kunden wechseln dann zu anderen Zulieferern“, sagt er. So habe Goodyear-Konkurrent Cooper die Marktanteile, die er nach einem Streik im ersten Quartal dieses Jahres verloren hat, immer noch nicht zurückgewonnen.

Ein Großteil der Raffinerien und Verarbeitungsbetriebe, die normalerweise die Reifenindustrie mit Kohlenschwarz, Kunstgummi und Kieselerde beliefern, hat ihren Sitz an der US-Golfküste, wo die Wirbelstürme wüteten. Noch immer sind viele Betriebe von Stromausfällen und erschwerten Produktionsbedingungen betroffen.

Bei Goodyear reichen die Lagerbestände vorläufig noch aus, um die Bestellungen der Kunden ohne Unterbrechung auszuführen, sagt Sprecher Price. Doch bisher ist unklar, wie lange die Nachschubprobleme anhalten werden. „Zwei Wochen sollten die jetzigen Vorräte wohl abdecken können, aber alles was darüber hinausgeht, wird wahrscheinlich negative Auswirkungen für den Konzern haben“, erwartet Analyst Himanshu Patel von JP Morgan.

Seite 1:

Produktionsprobleme lasten auf Goodyear

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%