Wirecard Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen wegen Marktmanipulation aus

Nach einem Bericht zur Übernahme eines indischen Konkurrenten will die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Marktmanipulation zum Schaden von Wirecard ausweiten. Die Aktien stürzten ab.
Update: 23.01.2018 - 19:21 Uhr Kommentieren
Wirecard ist einer der international führenden Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen. Quelle: obs
Wirecard

Wirecard ist einer der international führenden Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen.

(Foto: obs)

Frankfurt/MünchenErneute Vorwürfe gegen Wirecard rufen die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Ein am Dienstag im Internet veröffentlichter Bericht mit Anschuldigungen gegen das Unternehmen sei Anlass, das laufende Ermittlungsverfahren wegen Marktmanipulation zum Schaden von Wirecard auszuweiten, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München. Die Aktien des Zahlungsabwicklers sind am Dienstag nach einem kritischen Bericht zur Übernahme eines indischen Konkurrenten auf Talfahrt gegangen. Die Papiere verloren zeitweise binnen Minuten knapp zwölf Prozent, erholten sich im weiteren Verlauf aber wieder und schlossen 3,7 Prozent im Minus bei 103,8 Euro.

Die Southern Investigative Reporting Foundation behauptete auf ihrer Website, bei einem Indien-Deal im Jahr 2015 sei ein Großteil der Kaufsumme nicht beim Verkäufer angekommen. 2015 erfolgte eine Akquisition in Indien durch den deutschen Bezahldienstleister.

Wirecard wies die Vorwürfe der Foundation zurück. „Die Darstellung ist falsch und entbehrt jeglicher Substanz“, so ein Sprecher. „Der volle Kaufpreis für die Übernahme in Indien wurde vertragsgemäß an den Verkäufer ausbezahlt.“

Die Aktien des deutschen Zahlungsabwicklers waren in der Vergangenheit wiederholt abgestürzt, nachdem Vorwürfe gegen das Unternehmen laut geworden waren. Teilweise wurden Wirecard anonym im Internet dubiose Machenschaften vorgeworfen. Wirecard wies diese stets zurück.

Die Anschuldigungen gegen das Unternehmen erhärteten sich nicht. Allerdings schaltete die Finanzaufsicht Bafin die Staatsanwaltschaft ein, die wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen mehrere Verdächtige außerhalb des Unternehmens ermittelt.

Bei Wirecard profitieren einzelne Investoren von fallenden Aktienkursen. Bei den sogenannten Leerverkäufen werden geliehene Aktien verkauft und nach einem Kursrückgang billiger zurückgekauft.

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