Wöchentliche Umfrage
Dax-Korrektur rückt näher

Die Ampeln für die Aktienmärkte steht in diesen Tagen zunächst noch weiter auf Grün: Mit einem neuen Fünfjahreshoch bei 6 153 Punkten hat der Dax ein deutliches Zeichen gesetzt.

HB DÜSSELDORF. In den USA hat zudem der S&P-500 den Ausbruch über 1 316 Punkte geschafft, was ihm zuvor wochenlang nicht gelungen ist. Auch der Euro-Stoxx-50 könnte den starken Widerstand bei 3 870 Punkten überwunden haben. Viele technisch orientierte Marktteilnehmer sind auch für die kommenden Tage positiv für die Aktienmärkte gestimmt. Gleichzeitig sind aber auch zurückhaltende Kommentare zu vernehmen. Die im Rahmen der wöchentlichen Marktumfrage von Dow Jones Newswires befragten Händler und Analysten sehen den Dax insgesamt in einer Spanne von 5 960 bis 6 220 Punkten.

Beim Dax sei die ganze Zeit moniert worden, dass er nur schaumgebremst nach oben ziehe, merkt Manfred Wolter von der LRP an. Doch habe sich der Index trotz aller Widrigkeiten weiter nach oben gekämpft. Sollten die US-Börsen jetzt stärker zulegen, dürfte auch der deutsche Index von einem neuen Dynamikschub erfasst werden - dann könnten in der kommenden Woche neue Highs auf dem Programm stehen, fügt er hinzu. Dem Dax fehle bereits ziemlich lange die Kraft, um den flacheren Trendkanalwiderstand bei 6 180 Punkten zu überwinden. Trotzdem liege aber gerade ein neues Jahreshoch vor, und die wichtige Trendkanalunterstützung, die inzwischen auch über 6 000 Punkten liege, sei in der Vorwoche sauber bestätigt worden.

Volker Bien von der Hypo-Vereinsbank ist hinsichtlich der weiteren Aktienmarktaussichten vergleichsweise zurückhaltend eingestellt und begründet dies vor allem mit der Situation beim S&P-500. Seit März vergangenen Jahres sei jeder Herausnahme eines Hochs zumindest eine Seitwärtskonsolidierung, wenn nicht sogar eine leichte Gegenbewegung gefolgt, sagt er. Die Marktindikatoren gäben kein Beispiel dafür, dass es diesmal anders sein sollte, fügt er mit Blick auf die in der Vorwoche markierten Hochs hinzu. Das begrenze das Potenzial auch für die übrigen Märkte in den kommenden Tagen.

Auch mit Blick auf den Verfall seien eher tiefere Kurse in Europa zu erwarten, fügt er hinzu. Das größte Open Interest beim S&P-500 liege sowohl für den Mai- als auch für den Juni-Verfall bei 1 300 Punkten. Auch dies deute eher auf eine Seitwärtsbewegung hin. Das Bild lasse sich auf den Euro-Stoxx-50 übertragen, wo das größte Open Interest im Mittel bei 3 825 Punkten und damit deutlich unter dem aktuellen Indexstand liege. Gleichzeitig sei zu beobachten, dass auf der Aktienseite vorwiegend Calls und auf der Indexseite eher Puts gekauft würden - ein Zeichen dafür, dass das Aufwärtsmomentum eher als rückläufig und zunehmend die Gefahr einer Gegenbewegung gesehen werde.

Bei den Einzeltiteln weist Analyst Andreas Klaehn von der SEB auf Siemens hin. Hier dürfte zunächst einmal die Luft raus sein, heißt es. Der Widerstand bei 77,60 Euro sei offenbar zu stark. Bei VW überwögen nach dem Fall unter 61 Euro die Risiken. Das theoretische technische Rückschlagspotenzial im Aufwärtstrend betrage noch rund 10%. Als technisch interessant sieht Klaehn in den kommenden Tagen hingegen Allianz, Deutsche Telekom oder Metro. Es sollte aber noch abgewartet werden, ob sich Ausbrüche über Widerstände tatsächlich bestätigen, fügt er hinzu. Bei SAP stehe im Fokus, ob der Test der Kreuzunterstützung bei 174,33 Euro erfolgreich verläuft.

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