Yahoo macht Kasse bei Alibaba
Die Milliarden der Marissa M.

Es ist die letzte Chance für Yahoo. Der angeschlagene Web-Pionier wird Milliarden mit dem Verkauf von Alibaba-Aktien einnehmen. Aber wohin damit? Das Geld muss sorgsam angelegt werden.
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New YorkDie Verträge sprechen eine klare Sprache: Yahoo muss 40 Prozent seines Anteils von 23 Prozent an der chinesischen Internet-Firma Alibaba im Börsengang verkaufen. So ist es mit Alibaba abgemacht.

Die rund 208 Millionen Aktien könnten bei einer optimistischen Gesamtbewertung von Alibaba mit 160 Milliarden Dollar nicht weniger als 15 Milliarden Dollar in die Kassen von Mayer spülen. Legt man eine Bewertung Alibabas wie Facebook zum IPO zugrunde, wären es immer noch rund zehn Milliarden Dollar.

Nicht schlecht für eine Investition von einer Milliarde Dollar, die Yahoo-Mitgründer Jerry Yang in 2005 getätigt hatte. Das reicht zwar nicht mehr, um davon geeilten Konkurrenten wie Google gefährlich werden zu können. Aber es kann den Turnaround auf sichere Füße stellen.

Zusammen mit dem Board von Yahoo wird Mayer nun entscheiden müssen, wohin das Geld fließt. Als Rückzahlung zu den Aktionären, in Akquisitionen, in neue Produkte, oder in eine Mischung aus allem davon.

Mayer versucht jetzt seit zwei Jahren Yahoo ein neues Gesicht zu verleihen, aber mit wenig Erfolg. Das Kerngeschäft läuft weiter schleppend und in Bereichen wie Online-Werbung verliert Mayer Boden an Facebook, Google und Twitter. Auch wenn der Aktienkurs in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, ist das weniger als Vertrauensbeweis in Mayers Politik zu werten.

Yahoos Börsenbewertung von rund 35 Milliarden Dollar entspricht mehr oder weniger dem geschätzten Wert des Aktienpakets in Yahoo. So gesehen bewertet die Börse Yahoos inneren Wert im Jahre zwei ihrer Amtszeit praktisch mit - null.

Aber was machen mit dem Geld, um das zu ändern? Auf der Leitmesse der US-Unterhaltungselektronikindustrie CES im Januar bekräftigte Mayer noch einmal ihre Präferenzen für Mobile, Social Media und Video. Yahoo ist wieder auf dem Weg ein Online-Medienkonzern zu werden. Der Einstieg in das Geschäft mit eigenen TV-Serien ist geplant. Die Übernahme der Blog-Plattform Tumblr hat sich Mayer 2013 über eine Milliarde Dollar kosten lassen.

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Mögliche Übernahmeziele von Yahoo

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  • Tja, nun fehlt der Frau M. lediglich Produktführungskompetenz, damit aus Yahoo als Finanzdienstleister vlt noch einmal ein ernstzunehmender Player wird.
    Sollte sich Yahoo allerdings eine Geschäftsfeldverlagerung mit Frau M. vorgestellt haben, dürfte die Rechnung bislang irgendwie gut aufgegangen sein.

    Das Problem bleibt: Frau M. verfügt bislang über keine Expertise zur eigenen Produktentwicklung: hier einkaufen, dort verkaufen - schön und gut.

    Vlt sollte Yahoo tatsächlich öffentlich abtreten, um als Finanzdienstleister zu relaunchen.

  • Hier wird der IPO schon wessentlich lukrativer ausfallen
    als bei Zalando einfach weil die Zahlen schon viel grösser
    sind bei der Alibaba Group.

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