Yahoo: Onlinepionier auf Angriffskurs

Yahoo
Onlinepionier auf Angriffskurs

Mit einem lauten „Yahoo!“ hat das Internetunternehmen dem Rivalen Google den Kampf angesagt. Zukäufe und ein neuer Schriftzug sollen die Aktie nach oben treiben. Doch reicht das für die Rückkehr an die Branchenspitze?
  • 0

DüsseldorfIn den ersten Jahren des World Wide Webs war Yahoo das wohl bedeutendste Unternehmen für die Entwicklung eines massenkompatiblen Internets. Zwei Stanford-Studenten ebneten den Weg für heutige Suchmaschinen und verstanden es als erste, in der Branche Profit daraus zu schlagen. Kurzum: Yahoo war ein Vorreiter und Marktführer. Und das bis in die Anfänge der 2000er-Jahre. Diesen Stellenwert haben heute Unternehmen wie Google und Facebook in noch viel größeren Maßstäben.

Nun ist es für Yahoo unter der Führung von Marissa Mayer an der Zeit, Marktanteile zurückzugewinnen. Seit Sommer 2012 ist sie als CEO im Amt und hat sich genau dies auf die Fahnen geschrieben. In der vergangenen Woche verbreitete sich die Nachricht von Gesprächen zwischen Yahoo und dem amerikanischen Videodienstleister News Distribution Network (NDN). Für 300 Millionen US-Dollar wolle Yahoo den Videodienst
kaufen, heißt es im Bericht des Wall Street Journals. Mit der möglichen Übernahme des NDN könnte Yahoo Youtube (seit 2006 Teil des Google-Imperiums) Konkurrenz machen. Zumindest ein wenig. Denn während Youtube in der Alexa-Rangliste aktuell auf dem dritten Platz der wichtigsten Internetseiten weilt, befindet sich NDN auf Platz 19.043. Nichtsdestotrotz halten Branchenexperten den geplanten Kauf für eine sinnvolle Investition.

„Kurzfristig wird NDN Youtube realistischer Weise nicht überholen“, analysiert ein Branchenexperte. Jedoch müsse Yahoo ein angemessenes Pendant zu Youtube schaffen, um Google zumindest einige Prozente an Marktanteilen abzuluchsen. Einen entscheidenden Vorteil hat Yahoo gegenüber dem Erzrivalen Google: Er heißt Alibaba. Und damit ist weder der Kerl mit den vierzig Räubern gemeint, noch die Dönerbude um die Ecke. Es handelt sich dabei um die größte IT-Firmengruppe Chinas.

An der Alibaba Group hält Yahoo nämlich 24 Prozent. Diese Beteiligung rettete Yahoo 2013 sogar das Ergebnis. Denn Gewinne erzielte das Unternehmen mit Sitz in Sunnyvale (Kalifornien) fast nur mit Alibaba. Ein Plus von 33 Prozent verbuchte Yahoo 2013 bei den Gewinnen aus Beteiligungen. Wesentlicher Treiber für dieses gute Ergebnis ist neben dem chinesischen IT-Konzern auch Yahoo-Japan, ein eigenständiges Yahoo-Unternehmen. Der spektakuläre Kauf der Blogging-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden US-Dollar brachte hingegen noch keine Gewinne ein.

Nur mittelprächtige Zahlen
Insgesamt war das Geschäftsjahr 2013 für das seit 1994 bestehende Internetunternehmen aber nur mittelprächtig. Denn Yahoo machte einen Umsatz von „nur“ 4,68 Milliarden US-Dollar. Das sind mehr als sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

Der selbstverständlich global agierende Konzern hat die Welt in drei geografische Geschäftsgebiete eingeteilt. Die Americas, EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) und APAC (Asien und Ozeanien). Das EMEA-Gebiet ist dabei mit Abstand der schlechteste Markt für die Kalifornier. Bei gleichen Kosten kann Yahoo hier weniger als die Hälfte des Umsatzes vom APAC-Markt generieren. Kein Wunder, dass Yahoo reagiert und wesentliche Teile
des EMEA-Marktes nun von Dublin aus koordinieren will. Die Firma sei mit den irischen Steuer- und Datenschutzgesetzen zufrieden und erwarte, dass ein starkes Hauptquartier in Dublin allen Nutzern in Europa, Nahost und Afrika zugute kommt.

Seite 1:

Onlinepionier auf Angriffskurs

Seite 2:

Wie sicher ist eine Geldanlage in Yahoo-Aktien?

Kommentare zu " Yahoo: Onlinepionier auf Angriffskurs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%