Yukos will bremsen
Rosneft-IPO könnte noch platzen

Beim fünftgrößten Börsengang der Welt streicht der staatliche russische Ölkonzern Rosneft nach eigenen Angaben 10,4 Milliarden Dollar ein. Der Rivale Yukos will jedoch die am Mittwoch in London und Moskau geplante Erstnotiz in letzter Minute gerichtlich vereiteln.

HB MOSKAU/LONDON. Den Ausgabepreis setzte Rosneft am Freitag mit 7,55 Dollar je Anteilschein fest und damit am oberen Ende der ursprünglich genannte Spanne. Damit sei der drittgrößte Russische Ölkonzern 79,8 Milliarden Dollar wert. Durch Mehrzuteilungsoptionen könne die Marktkapitalisierung sogar noch auf 80,2 Milliarden Dollar steigen.

Yukos stellte jedoch bei einem britischen Gericht nach eigenen Angaben einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Börsengang. Wahrscheinlich werde das Gericht noch am Freitag entscheiden, ob das Gesuch angenommen wird. Rosneft war erst durch die Zerschlagung von Yukos in die erste Liga der Öl-Produzenten aufgestiegen, da es zentrale Teile seines Rivalen erwarb. Yukos-Aktionäre bezeichnen den Börsengang von Rosneft deshalb als Verkauf gestohlenen Eigentums. Viele Beobachter werten die Yukos-Zerschlagung als Kampagne des Kreml gegen dessen mittlerweile inhaftierten Chef Michail Chodorkowski.

Mitarbeiter von Banken führten die enorme Nachfrage vor allem auf die Interessen strategischer Investoren zurück, die ihre Beziehungen zur Regierung in Moskau verbessern wollen. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund des wachsenden staatlichen Einflusses in Russland und der Kontrolle des Landes über seinen Energiesektor wichtig. Rosneft erklärte, vier Investoren, darunter Öl- und Gasfirmen, teilten sich knapp 50 Prozent der angebotenen Anteilsscheine. Rosneft bleibt auch nach dem Börsengang fest in staatlicher Hand, da nur ein geringer Teil seiner Anteile verkauft werden.

Der britische BP-Konzern bekam eigenen Angaben zufolge Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zugeteilt. Der chinesische Energiekonzern China National Petroleum (CNPC) erwarb nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person 66 Millionen Aktien im Wert von ungefähr 500 Millionen Dollar, obwohl das führende chinesische Ölunternehmen Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar bestellt hatte.

Dagegen fällt der Beitrag der Privatanleger vergleichsweise bescheiden aus. Präsident Putin bezifferte die Summe, die „russische Bürger“ angelegt hätten, auf 560 Mill. Dollar. Allein die russische Sberbank sollte ursprünglich über eine Milliarde Dollar von den Bürgern einsammeln.

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