Zahl der Neukunden im ersten Quartal gesteigert
Venturion hat Börsengang im November im Visier

Der Finanzdienstleister Venturion strebt noch in diesem Jahr an die Börse und will mit den zufließenden Mitteln ausschließlich sein Wachstum finanzieren. Beim Börsengang sollen 25 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung an die Anleger verkauft werden.

HB FRANKFURT. „Wir wollen im November an die Börse gehen und reden im Moment mit Banken über die Zusammenstellung eines Konsortiums“, sagte Venturion-Chef Adolf Eggendorf Reuters am Montag und bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatt“. Venturion fällt unter der Vielzahl der Finanzdienstleister vor allem durch eine Garantie für Neukunden auf: Jeder Kunde soll nach der Beratung im ersten Jahr mindestens 250 Euro an Versicherungsprämien sparen. Im zweiten Halbjahr 2002 habe Venturion diese Messlatte nur bei 345 von 9000 Kundenverträgen nicht übertroffen und zuzahlen müssen, sagte Eggendorf.

Beim Börsengang sollen 25 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung an die Anleger verkauft werden. „Wir werden das Geld aus dem Börsengang nicht zum Schuldenabbau verwenden, sondern zum weiteren Ausbau des Unternehmens“, sagte Eggendorf in Anspielung auf die Kritik vieler Börsianer an der Mittelverwendung bei anderen Börsengängern. Auf Basis der derzeit laufenden Kapitalerhöhung bei Privatanlegern zum Preis von 3,50 Euro je Aktie ist das Unternehmen im Moment mit rund 230 Millionen Euro bewertet.

Für 2003 rechnet Eggendorf mit einem Nettoverlust. Der Abschlussbericht liegt wegen der jüngsten Verschmelzung zweier Firmen mit der Venturion noch nicht vor. 2002 lag das Minus der Firmen laut Geschäftsbericht zusammen bei knapp 2 Millionen Euro, der Umsatz betrug 7,9 Millionen Euro. Für 2004 erwartet Eggendorf eine schwarze Null. Vor dem Börsengang werde sich die Steigerung der Neukundenzahl im ersten Quartal 2004 auf 17 600 von 7800 im Vorjahr in der Bilanz niederschlagen.

Offen ist noch die Wahl des Börsensegments für die Venturion. „Im Moment sieht es eher so aus, als würden wir den General Standard wählen“, sagte Eggendorf. Dies werde aber noch mit den Banken besprochen. Der General Standard wurde von der Deutschen Börse speziell für Börsengänge kleiner Unternehmen geschaffen. Hier sind die Listinggebühren und die Veröffentlichungspflichten geringer als im Prime Standard.

Bislang gab es in diesem Jahr erst zwei erfolgreiche Börsengänge in Deutschland. Die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG ist seit einigen Wochen im General Standard gelistet. Der Geldautomatenherteller Wincor Nixdorf notiert im Prime Standard. Die Mitgliedschaft dort berechtigt auch zum Aufstieg in die Indizes wie Dax, MDax oder SDax.

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