Zu hohe Erwartungen
Linkedin-Aktie stürzt ab

Das Karriere-Netzwerk Linkedin hat eine erstaunliche Wachstumsstory hinter sich und konnte auch im ersten Quartal den Umsatz deutlich steigern. Doch Anleger sind trotzdem unzufrieden und verkaufen im großen Stil.
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San FranciscoDas Karriere-Netzwerk Linkedin kann nach zuletzt rasanten Zuwächsen die hohen Erwartungen womöglich nicht mehr erfüllen. Der Umsatzausblick des US-Konzerns auf das laufende zweite Quartal enttäuschte Branchenexperten so sehr, dass die Aktie im außerbörslichen Handel zehn Prozent einbrach. Linkedin-Kenner machen sich Sorgen, dass die neuen Anwendungen für mobile Geräte nicht so schnell die erhofften Wachstumsraten bringen. Denn das Management hat ein "eher moderates Wachstum" der Werbeeinnahmen in Aussicht gestellt.

Linkedin, das sich im Internet anders als das Freundschafts-Netzwerk Facebook auf berufliche Kontakte und Karrieren spezialisiert hat, stellte für das laufende Quartal einen Umsatz zwischen 342 und 347 Millionen Dollar in Aussicht. Die Schätzungen von Experten lagen zuletzt aber im Schnitt bei knapp 360 Millionen Dollar. Das Management dämpfte die Erwartungen, weil die jüngsten Entwicklungen für mobile Geräte wie automatische Werbe-Einspielungen noch in der Testphase steckten und erst nach und nach eingeführt würden.

Die Aktie des Online-Netzwerks hat seit Jahresbeginn 74 Prozent zugelegt und sich damit viel besser geschlagen als die Papiere anderer sozialer Netzwerke wie Facebook oder Zynga.

In den ersten drei Monaten steigerte Linkedin den Umsatz um 72 Prozent auf 324,7 Millionen Euro und den Nettogewinn auf 22,6 von fünf Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Doch auch Linkedin muss sich darauf einstellen, dass der Trend immer mehr zu Smartphones und weg vom PC geht. Im vergangenen Monat präsentierte das Unternehmen erstmals eine überarbeitete App, mit der Werbespots auch auf den kleinen Bildschirmen zu sehen sind.

Facebooks anfängliche Probleme mit der Umstellung auf den Trend zur mobilen Internet-Nutzung scheinen indes abzunehmen. Immer mehr Einnahmen des weltgrößten sozialen Netzwerks gehen auf Anzeigen auf Smartphones und Tablets zurück - zu Jahresanfang waren es schon 30 Prozent der Werbeerlöse.

Am Montag veröffentlicht der deutsche Linkedin-Konkurrent Xing Quartalszahlen. Das Hamburger Unternehmen, das den Umsatz in den nächsten vier Jahren verdoppeln möchte, gräbt Linkedin hierzulande bislang noch das Wasser ab. Mit seinem Nischenangebot für Berufstätige und Jobsuchende gelang es Xing anders als etwa StudiVZ die Abwanderung seiner Mitglieder zu Facebook aufzuhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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