Zu viele internationale Überwachungs-Regeln
Google-IPO läuft ohne Ausländer

Am spektakulären Börsengang der US–Internetsuchmaschine Google können sich deutsche Privatanleger ebenso wenig beteiligen wie andere ausländische Sparer.

HB DÜSSELDORF. Selbst die Eröffnung eines US-Depotkontos bietet keine Chance, sich an dem geplanten Auktionsverfahren zum Ersterwerb der Aktien zu beteiligen, ergaben Recherchen des Handelsblatts. Wer mitbieten will, muss eine US-amerikanische Steuernummer oder eine Sozialversicherungsnummer (Social Security Number) haben.

Nach Auskunft des deutschen Geschäftsführers des US-Onlinebrokers E-Trade, Dirk Piethe, sei sein Haus zwar in der Lage, solch eine Social Security Number für Kunden zu beantragen. Allerdings dauere es bis zu acht Wochen, bis die US-Behörden die Sozialversicherungsnummer zuteilen. Für den Börsengang ist es dann zu spät. E-Trade ist als eine der Emissionsbanken am Börsengang beteiligt. Auch die Deutsche Bank, die ebenfalls zum Konsortium der Emissionsbanken gehört, bestätigt, dass es für Ausländer kaum eine Chance gibt.

Im jüngsten, der US–Aufsichtsbehörde SEC vorgelegten Börsenprospekt begründen die Geschäftsführer von Google den Ausschluss der Ausländer damit, dass es zu umständlich gewesen wäre, sämtliche ausländischen Aufsichtsregeln zu berücksichtigen. „Wir hätten gerne unser Angebot international breiter verfügbar gemacht, aber eine Unzahl internationaler Überwachungs-Regeln und Anforderungen macht das nicht praktikabel.“ Allein bei E-Trade Deutschland bleiben 10 000 deutsche Inhaber von US–Konten ohne Chance. Allerdings weist Pressesprecher Roland Weichert von der Deutschen Bank darauf hin, dass Anleger sofort nach Handelsbeginn die Aktien kaufen können.

Das Auktionsverfahren bedient die höchsten Bieter zuerst und verteilt dann die restlichen Aktien absteigend nach Gebot. Das Verfahren erhöht für Käufer der ersten Stunde das Risiko, dass der Kurs schon am ersten Handelstag absackt.

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