Zulieferer erhält Offerten
Investoren schielen auf Leoni

Die Absatzkrise in Europa macht den Autoherstellern zu schaffen. Zulieferer Leoni hat diese Sorgen nicht. 2014 rechnet der Konzern mit einem gesunden Wachstum. Das macht die Aktie für Finanzinvestoren interessant.
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FrankfurtDer Autozulieferer Leoni ist ins Visier von Finanzinvestoren geraten: „Wir werden gelegentlich mit solchen Offerten konfrontiert, die wir natürlich prüfen“, sagte Finanzvorstand Dieter Belle der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe). Bisher sehe Leoni in den Angeboten aber keinen Nutzen für seine Aktionäre. „Es sind eher Finanzinvestoren aktiv, die eine freundliche Übernahme anstreben“, sagte der Manager der Zeitung. Seit geraumer Zeit habe Leoni Vorkehrungen gegen eine Übernahme getroffen.

Frisches Geld brauche Leoni nicht, sagte Belle. „Die Finanzierung ist gesichert für den Umsatzschub, den wir mittelfristig erwarten.“ Der Hersteller von Kabelbäumen, der rund drei Viertel seiner Geschäfte mit der Autoindustrie macht, profitiert davon, dass deutsche Oberklasse-Hersteller wie BMW, Audi und Mercedes die Absatzflaute in Europa in China und den USA wettmachen. Zu den Leoni-Kunden zählen aber auch Massenhersteller wie Opel oder Peugeot Citroen.

Für 2013 – laut Leoni ein Übergangsjahr – erwartet der Zulieferer aus Nürnberg eine Umsatzstagnation bei 3,8 Milliarden Euro. 2014 soll dann starkes Wachstum folgen. Das Ziel, 2016 die Erlöse auf fünf Milliarden Euro zu steigern, will Leoni gegebenenfalls auch über Zukäufe erreichen – mittelfristig seien Akquisitionen möglich, sagte Finanzvorstand Belle der Zeitung. Im laufenden Jahr seien Zukäufe aber „sehr unwahrscheinlich“.

Die Aktionäre können sich nicht darauf einstellen, dass sich das Wachstum großzügig in ihrer Geldbörse niederschlägt. „Wir haben nicht vor, zusätzliche Dividenden auszuschütten, die ein Drittel des Konzernüberschusses übersteigen“, sagte Belle. „Auch Aktienrückkäufe planen wir nicht.“ Priorität habe der Aufbau von Eigenkapital aus den Gewinnen.

Mit dem aktuellen Geschäft zeigte sich Belle trotz der Absatzkrise der Autobranche in Europa zufrieden. In Juli und August sei der Geschäftsverlauf „vernünftig“ gewesen, „alles ist im Rahmen der Erwartungen gelaufen“. Er stehe zum Gewinnziel von 170 Millionen Euro in diesem Jahr, auch wenn es „anspruchsvoll“ sei. 2014 soll der Gewinn dann steigen.

Belle bekräftigte in dem Interview Aussagen von Leoni-Chef Klaus Probst aus einem Reuters-Interview vom Juli. Probst hatte damals in Aussicht gestellt, die geplante strategische Kehrtwende doch nicht zu vollziehen: Leoni wollte den Umsatzanteil der Autobranche von 75 auf 60 Prozent senken - dieses Ziel stellte Probst im Juli zur Diskussion. Belle sagte nun der „Börsen-Zeitung“, „es ist richtig, dass wir uns darüber Gedanken machen“. Hintergrund sei das erwartet starke Wachstum der Automärkte in Asien und Südamerika - Leoni habe sich darauf vorbereitet. Belle stellte für das erste Quartal 2014 eine Entscheidung in Aussicht, wie stark Leoni die Kundengruppen künftig gewichten will.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Seit wann kaufen Finanzinvestoren Looser? Der Herr Probst erzählt seit 10 Jahren, daß man in die Zukunft investiere und deshalb der aktuelle Gewinn etwas kärglich ausfällt. Wie gesagt, seit 10 Jahren das gleiche Geschwätz.
    Nein liebes HB, da habt Ihr Euch einen Bären aufbinden lassen, den Laden kauft ganz gewiss niemand.
    Das die keine guten Leute bekommen liegt weniger an unfähigen Headhuntern sondern am lahmen Laden selber.

  • Ach ja, da gab es noch eine "Top Jobs Europe" Agentur, die Führungskräfte vermitteln sollte. Keine Ahnung von irgendwas, aber Führungskräfte suchen. Klappt nicht Fr. Svoboda.

  • Das ist die Hoffnung der Aktionäre, daß man 48V Bordnetze etc. benötigt. Wer aber jemals in Nürnberg oder Roth mit den Heinis gesprochen hat, weiß, daß die es nicht drauf haben. Verluste wie Aachen etc, stecken die nie weg. Wer 4 Milliarden Umsatz und 200 Millionen Ergebnis macht ist der allerletzte Heini.

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