Zuversicht der Analysten ist trotz deutlicher Kursverluste ungebrochen
Leoni irritiert Anleger mit Kapitalerhöhung

Die Aktionäre des Autozulieferers Leoni erleben im Moment eine unbekannte Durststrecke. Mehr als 20 Prozent hat die Aktie des Unternehmens seit Mitte vergangener Woche an Wert eingebüßt.

DÜSSELDORF. Von seinem Allzeithoch bei 55,96 Euro im April dieses Jahres ist der Kurs sogar rund 35 Prozent entfernt. Neben einem schwachen Ergebnis für das erste Quartal belastete zuletzt vor allem die geplante Kapitalerhöhung den Aktienkurs.

Dass der Hersteller von Drähten, Kabeln und Bordnetzsystemen das Grundkapital erhöhen werde, war bereits seit einiger Zeit bekannt. Unerwartet kam jedoch das Volumen des Kapitalschritts von rund 124 Millionen Euro. „Das Ausmaß der Kapitalerhöhung ist eine größere Überraschung und deutet darauf hin, dass die Banken stärker auf den Schuldenabbau drängen“, sagt Thorsten Zimmermann, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Für Stilian Boiadjiev von der Landesbank Baden-Württemberg war auch der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung überraschend: „Das Marktumfeld ist im Moment alles andere als leicht. Außerdem hatte Leoni immer erklärt, neue Mittel nur im direkten Zusammenhang mit Zukäufen aufzunehmen. Bisher sind jedoch keine Details über mögliche Akquisitionen bekannt.“

Den Willen, sich über Zukäufe zu verstärken hat Vorstandschef Klaus Probst immer wieder untermauert. Eine oder sogar mehrere Übernahmen seien in diesem Jahr geplant, kündigte er bei der Bilanzvorlage für das erste Quartal an. Gestärkt werden soll vor allem der Bereich Bordnetzsysteme. Analysten tippen auf einen Zukauf oder ein Joint-Venture in China, wo Leoni bisher „hinter der Konkurrenz liegt“, wie LBBW-Analyst Boiadjiev anmerkt.

Ohnehin ruhen bei Leoni alle Hoffnungen auf dem Bordnetzbereich. Bis 2006 soll der Weltmarkt- Anteil in diesem Segment von neun auf 15 Prozent steigen. Bereits feststehende Großaufträge für Opel, Mercedes und BMW sollen Leoni dorthin bringen. In den kommenden Quartalen werden diese Aufträge nach Ansicht von Trinkaus- Stratege Zimmermann auch für deutlich bessere Ergebnisse sorgen. „Danach muss man aber sehen, was noch kommt“, gibt er zu bedenken. Für Aktien von Leoni sieht er daher nur kurzfristig Potenzial und rät nur auf Sicht von sechs Monaten zum „Aufstocken“ mit Kursziel 50 Euro.

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