Zwei Neuemissionen
Spanien testet Europas IPO-Markt

Zwei spanische Börsenkandidaten wollen im Oktober den Turbulenzen an den Kapitalmärkten trotzen und werden damit zum Gradmesser für den europäischen Markt für Aktienemissionen (IPO). Grund ist das große Emissionsvolumen der beiden Unternehmen.

MADRID / FRANKFURT. Rund vier Mrd. Euro will Anfang Oktober Criteria, die Industriebeteiligungsgesellschaft von Europas größter Sparkasse La Caixa, einnehmen. 3,5 Mrd. Euro sollen es kurz darauf bei der Iberdrola-Tochter Renewables sein. Beide Gesellschaften kämen damit an das Emissionsvolumen der russischen VTB Bank heran, die im Zuge des größten Börsengangs in diesem Jahr in Europa 4,7 Mrd. Euro eingesammelt hat.

Sollten die Börsengänge zu einem Erfolg werden, könnte dies auch für den deutschen IPO-Markt eine Initialzündung darstellen. Der hatte sich bis zur Sommerpause so gut wie im Boomjahr 2000 entwickelt, zuletzt äußerten sich Investmentbanker wegen der US-Immobilienkrise jedoch sehr zurückhaltend. „Ich kann mir vorstellen, dass manches, was für September geplant war, um drei bis vier Wochen nach hinten geschoben wird. Ab Oktober werden wir jedoch wieder vermehrt Emissionen sehen“, sagt Wolfgang Jensen, der beim Bankhaus Sal. Oppenheim für das Geschäft mit Aktienemissionen zuständig ist.

Auch andernorts, etwa in Hongkong, ist die Stimmung für Börsenkandidaten ausgezeichnet. Dort stehen demnächst die Börsengänge von bis zu zehn chinesischen Unternehmen im Volumen von bis zu 5,7 Mrd. Dollar an. Die Bandbreite geht von Baufirmen über Kleidungs- und Papierproduzenten bis hin zu Bergbaukonzernen. Die meisten drücken aufs Tempo, weil sie glauben, dass die US-Hypothekenkrise die Märkte dort noch nicht voll erreicht hat.

Grund für den Börsengang der spanischen La-Caixa-Tochter Criteria ist, dass die Sparkasse aufgrund ihrer öffentlich-rechtlichen Organisation kaum Möglichkeiten hat, an privates Kapital heranzukommen. Criteria-Chef Francisco Reynés will mit dem neuen Kapital die Finanzbeteiligungen seiner Gesellschaft deutlich ausbauen. Criterias Beteiligungen sind derzeit im spanischen Dienstleistungsbereich konzentriert. Nur 17 Prozent des Portfolios sind bisher Anteile an Finanzinstituten, dieser Anteil soll auf 40 bis 60 Prozent erhöht werden. Schon im kommenden Jahr, so kündigte La Caixas Vorstandschef Juan María Nin an, könne es eine „signifikante Operation“ geben. Mittelfristig könnten bis zu 49 Prozent von Criteria an die Börse gehen.

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