Zweitgrößter Börsengang in diesem Jahr in Deutschland
Hamburger Hafen soll bis zu 3,6 Milliarden Euro wert sein

Die Analysten des Konsortialführers Citi bewerten die Hamburger Hafen und Logistik AG in einer Spanne zwischen 3,2 und 3,6 Mrd. Euro. Mit dem genannten Volumen wäre die HHLA der zweitgrößte Börsengang in diesem Jahr in Deutschland. Weil es aber unter den europäischen Häfen keinen vergleichbaren Wettbewerber gab, taten sich die Analysten schwer.

FRANKFURT. Die 30 Prozent der Aktien, die der Betreiber des Hamburger Hafens Anfang November an die Börse bringen will, würden demnach eine Summe von 960 Mill. bis 1,08 Mrd. Euro einbringen. Die Analystenstudien der Emissionsbanken gelten bei Investoren zwar als tendenziell „positiv eingefärbt“, dienen aber dennoch als respektable Ersteinschätzung.

Mit dem genannten Volumen wäre die HHLA nicht nur der mit Abstand größte Börsengang im zweiten Halbjahr in Deutschland, sondern auch hinter dem Großmotorenbauer Tognum der zweitgrößte im laufenden Jahr. Fondsmanager hatten im Vorfeld von einem Emissionserlös von 800 Mill. bis einer Milliarde Euro gesprochen, HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters sprach hingegen stets von „der Milliarde“ als anvisiertes Ziel.

Weil es unter den europäischen Häfen keinen vergleichbaren Wettbewerber gab, taten sich die Analysten schwer, eine entsprechende „Peer Group“ zu finden, anhand der die HHLA bewertet werden konnte. Schließlich gehören zur HHLA nicht nur das reine Hafengeschäft im Bereich Container, sondern im Intermodal-Bereich auch deren weiterer Umschlag ins Hinterland, beispielsweise auf der Landbrücke Hamburg-Lübeck, die den Ostseeraum mit den Hamburger Terminals verbindet. Rund zehn Prozent zum Gesamtumsatz trägt der Logistik-Bereich bei.

Die Analysten der Citi haben zur Bewertung deshalb eine Gruppe 30 vergleichbarer börsennotierter Unternehmen herangezogen, von denen sieben aus dem Bereich Hafen kommen. Daneben haben sie neun Bahngesellschaften, sieben Flughafenbetreiber, vier Straßenmaut-Gesellschaften und drei Infrastruktur-Fonds herangezogen. „Häfen sind dabei allerdings der am teuersten bewertete Sektor“, schreiben die Analysten.

Bis zum Jahr 2012 gehen sie von einem durchschnittlichen Wachstum des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 15 Prozent aus, der Umsatz soll in dieser Zeit im Schnitt um zwölf Prozent wachsen. Die Gesamtkapitalverzinsung (ROCE) soll bei 25 Prozent liegen.

Als Risiken betrachten die Analysten das ambitionierte Wachstum beim Container-Umschlag und den zunehmenden Preisdruck.

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