Zweitnotiz auf Festland
China feiert Börsenneulinge

Trotz der momentanen weltweiten Aktienschwäche haben Chinas Festland-Börsen gestern den ersten Börsengang seit mehr als einem Jahr gefeiert. Die Aktie der Baufirma CAMC Engineering vervierfachte am ersten Handelstag den Wert.

PEKING. Analysten nannten dies ein gutes Omen für weitere anstehende Listings in Schanghai und Shenzen. Insgesamt werden bis zum Jahresende an den beiden Handelsplätzen weitere Börsengänge im Gesamtwert von 12,5 Mrd.Dollar erwartet.

Die Bank of China (BoC) plant am 5. Juli mit einem Volumen von bis zu 2,5 Mrd. Dollar ein Zweitlisting und den bislang größten Börsengang auf dem chinesischen Festland. Wie die Bank gestern mitteilte, soll der Ausgabekurs zwischen 3,05 und 3,15 Yuan liegen. Das bedeutet einen Abschlag von rund zehn Prozent gegenüber der Ausgabe in Hongkong Anfang Juni. Die BoC hatte mit dem viertgrößten Börsengang der Welt vor wenigen Wochen in Hongkong 11,2 Mrd. Dollar eingenommen.

Die CAMC-Aktie kletterte gestern bis Börsenschluss auf 32 Yuan. Der Ausgabekurs betrug 7,40 Yuan. Die Aktie war bereits vor dem Börsenstart 576fach überzeichnet, da 1,44 Millionen Kleinanleger das Wertpapier kaufen wollten. Als Vorreiter habe die relativ kleine Notierung von CAMC viel Aufmerksamkeit bekommen, sagte Zheng Weigang, Analyst bei Shanghai Securities. „Das wird es den folgenden IPOs leichter machen.“

Allerdings dürfe der deutliche Kurssprung nicht auf die anderen anstehenden Festland-Börsengänge – etwa der Bank of China - übertragen werden, warnten Analysten. Auf der IPO-Liste der Festlandbörsen stehen Air China, Petrochina, China Mobile und auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). ICBC, zweitgrößte Bank Chinas, will nach jüngsten Medienberichten im Oktober in Hongkong an die Börse gehen und strebt danach später in Schanghai ein Listing an.

CAMC ist der erste Börsengang, seitdem die chinesische Aufsichtsbehörde Mitte Mai den Stopp für Neuemissionen aufgehoben hat. Die Pause für Schanghai und Shenzen war von der Aufsicht verordnet worden, um so die notwendigen Finanzmarktreformen umsetzen zu können. Zudem sollten Chinas Konzerne stärker an die Börse in Hongkong gedrängt werden, da dort mehr Kapital abgeschöpft werden kann. In Hongkong machen chinesische Firmen bereits 40 Prozent der Marktkapitalisierung und die Hälfte des täglichen Handels aus. China will mit neuen Namen auf dem Börsenzettel die Börsenplätze in Schanghai und Shenzen wieder attraktiv machen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%