Acht Fragen an: Oliver Stönner
„Keine Krise in den Emerging Markets“

Oliver Stönner ist Leiter des Emerging Market Research bei der Commerzbank. Mit dem Handelsblatt sprach er über den Einbruch der Aktien- und Währungsmärkte von Schwellenländern, Unterschieden zu früheren Krisen und den aussichtsreichsten Schwellenländer-Anleihen.

Der Einbruch an den Aktienmärkten der Schwellenländer hat auch die Anleihen getroffen. Sind Investoren nervös?

Ja, aber betroffen sind vor allem die Währungsmärkte und damit auch die Aktien, die im Prinzip nichts anderes als ein Engagement in der lokalen Währung der Emerging Markets sind. Bei auf Euro oder Dollar lautenden Anleihen der Schwellenländer waren die Kursverluste längst nicht so gravierend wie bei Anleihen in lokaler Währung.

Seit Mai sind die Renditeabstände von Schwellenländer-Anleihen im Vergleich zu Bonds der Industrienationen aber deutlich gestiegen.

Das müssen Sie im langfristigen Vergleich sehen. Anfang des Jahres sind die Risikoaufschläge auf historische Tiefstände gesunken, die ich nicht mehr nachvollziehen konnte. Die Korrektur war nur gesund, und die Risikoprämien sind immer noch geringer als am Jahresanfang.

Ist die Korrektur jetzt beendet?

Das hängt vor allem von der Zinsentwicklung in den USA ab. Diese und die – wie ich finde – überzogenen Ängste –, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum deutlich abschwächt waren ja auch der Auslöser für die Kursrückgänge. Wir haben keine hausgemachte Krise in den Emerging Markets.

Was sind die Unterschiede zu früheren Krisen?

Die Emerging Markets haben sich fundamental verbessert. Das zeigt sich auch an den Ratings. Das Wachstum der Schwellenländer ist weiterhin deutlich höher als das der Industrienationen, und die Märkte sind nicht mehr so empfindlich gegenüber externen Schocks. Zudem entwickelt sich die Binnenwirtschaft inzwischen in vielen Schwellenländern sehr dynamisch.

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