Agrar-Rohstoffe: Wetter verschärft den Kampf um Nahrungsmittel

Agrar-Rohstoffe
Wetter verschärft den Kampf um Nahrungsmittel

Naturkatastrophen, Bevölkerungswachstum und das Wachstum der Bioenergie treiben die Nachfrage nach Weizen, Mais oder Sojabohnen. Damit steigt nicht nur das Risiko eines Kampfs um Rohstoffe, sondern auch Gewinnchancen für Anleger. Wer das schnelle Geld machen will, könnte sich allerdings verrechnen.
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FRANKFURT. Die Preise für Nahrungsmittel sind auf den höchsten Stand seit rund zwei Jahren gestiegen. Meldungen über Dürrekatastrophen und Feuersbrünste auf russischen Getreideanbauflächen haben den Aufschwung der Preise für Getreide wie Weizen, Mais, Roggen, Gerste und Hafer in jüngster Zeit zusätzlich beschleunigt. Das Thema Nahrungsmittelknappheit fand plötzlich wieder auf den Titelseiten der Weltpresse statt.

Die Experten der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sahen sich vor diesem Hintergrund veranlasst, vor Hungersnöten und politischen Unruhen in der Welt zu warnen. Grund: Für Verbraucher vor allem in ärmeren Ländern der Welt ist der Zugang zu Grundnahrungsmitteln, die aus Getreide hergestellt sind, wegen der hohen Preise versperrt. „Noch immer sind 925 Mio. Menschen auf dem Planeten unterernährt“, warnt die FAO.

Wohl nirgends nimmt der Kampf um Rohstoffe solche dramatischen und teils unmenschlichen Züge an wie an den internationalen Getreidemärkten. Denn um das Angebot dieser agrarischen Rohstoffe wie Weizen, Mais und Sojabohnen rangeln vor allem drei Abnehmergruppen. Zum einen wird der Preis durch die Nachfrage der mächtigen Nahrungsmittelbranche getrieben. Zum anderen gilt es, den Bedarf der Futtermittelindustrie zu stillen, die Getreide für die Herstellung von Viehfutter verwertet.

Neuer Preistreiber

In der vergangenen Dekade ist im Zuge der Hausse des Rohölpreises von zehn auf mehr als 150 Dollar je Barrel ein bis dahin noch weitgehend unbekannter Faktor als Preistreiber hinzugekommen: Getreide und Ölsaaten werden seit dieser Zeit immer stärker zur Produktion von Bioenergie wie Ethanol und Biodiesel genutzt. Die in diesem Kontext einsetzende „Teller-oder-Tank-Debatte“ verläuft hitzig. Wirtschaftsgrößen wie Warren Buffett sehen es als Fehler, dass wertvoller amerikanischer Mais in Form von Ethanol in den Tanks der Automobilen landet. Dieser Rohstoff solle lieber, so Buffett, zur Bekämpfung des Hungers in der Welt eingesetzt werden.

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Kommentare zu " Agrar-Rohstoffe: Wetter verschärft den Kampf um Nahrungsmittel"

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  • Nicht das Wetter verschärft den Kampf gegen den Hunger ..... sondern die Dummheit und Gier der Menschen, besonders derer, die sich in der entwickelten Welt befinden.

    Warum? Wenn ich durch die Landschaft gehe, umringen mich nur noch Maisfelder bis zum Horizont - pure Monokultur. Ein ökologischer Wahnsinn! Mais, der als Sprit im Tank unserer Autos landet.

    Die bauern würden gerne wieder Kartoffeln, Korn, Rüben, Tomaten usw. anbauen, wenn die Preise stimmen würden. Stattdessen bauen sie Mais an, um die Agrarsubventionen einzustreichen. Hinzu kommt der Unsinn, daß wir Agrarprodukte aus aller Welt einkaufen, die wiederum den unterentwickelten Ländern die Grundlage für eine eigene Landwirtschaft rauben und die Preise dort kaputt machen.
    Welch ein Wahnsinn!

    Kaufen wir doch weiterhin Hähnchen, die in von Großinvestoren in Wietze angesiedelten Geflügelschlachthöfen mit einer Schlachtkapazität von wöchentlich 2.590.000 Hähnchen in den Markt geschmissen werden. Und freuen wir uns, daß wir billige Hähnchen sowohl nach Afrika als auch an Aldi und Co. liefern können. ich hoffe allerdings, daß die Kunden in ihrem späteren Leben auch als Hähnchen auf die Welt kommen.

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