Aktien
Der Pfeffer für jedes Depot

Sie ist zwar schon 400 Jahre alt, trotz ihrer Berg- und Talfahrten sehen Experten für die Aktie aber eine rosige Zukunft. An den Papieren kommt kein Geldanleger vorbei: Aktien finanzieren den wirtschaftlichen Fortschritt und bilden so die Basis für materiellen Wohlstand.

FRANKFURT. „Auf Dauer kommt an der Aktie niemand vorbei, da sie langfristig einen Renditevorsprung vor anderen Anlagen wie beispielsweise festverzinslichen Wertpapieren hat“, sagt Rüdiger von Rosen, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts (DAI). „Strukturell befindet sich die Weltwirtschaft im Aufschwung. Das Unternehmenswachstum wird im wesentlichen über den Kapitalmarkt finanziert, deshalb gewinnt die Aktie als Finanzierungsinstrument an Bedeutung“, schätzt Werner Plumpe, Professor und Wirtschaftshistoriker an der Uni Frankfurt. Aktien dürften laut Michael Keilholz, Vorstand im Verband unabhängiger Finanzdienstleister BCA, neben festverzinslichen Papieren und Immobilien ein wesentlicher Pfeiler der privaten Vermögensbildung bleiben. „Ihre Bedeutung wird in Form von Investmentfonds und Zertifikaten, die sich auf Aktien beziehen, weiter zunehmen“, sagt er.

Aktien sind Wertpapiere, die den Anteil an einer Gesellschaft verbriefen. Wer Aktien kauft, wird also zum Miteigentümer des jeweiligen Unternehmens. Dieses kann über die Börse Anlegergeld einsammeln, um Großprojekte zu verwirklichen und um das Risiko auf viele Schultern zu verteilen.

Hier zu Lande stehen noch immer viele Menschen der Aktie skeptisch gegenüber. Nach Angaben des DAI besitzen 15,3 Prozent der Bevölkerung Aktien oder Fondsanteile. Das ist im Vergleich zu den USA, Großbritannien oder den Niederlanden ein nur geringer Anteil. Wer sich jedoch von der Geschichte der Aktie faszinieren lässt und dadurch besser versteht, wie diese Anlageform funktioniert, dürfte seine Vorbehalte verlieren.

Die ersten Aktien der Welt gab 1602 die niederländische Kolonialhandelsgesellschaft „Vereenigde Oost-Indische Compagnie“ (VOC) aus, ein Zusammenschluss von sechs Amsterdamer Gewürzhändlern, die schon Ende des 16. Jahrhunderts jährlich bis zu 70 Schiffe zu den indonesischen Gewürzinseln schickten. Die Idee: ein Kaufmann alleine wäre finanziell ruiniert gewesen, wenn sein einziges Schiff bei der Überfahrt im Sturm gesunken wäre – nicht aber, wenn er einer von vielen Teilhabern einer über 100 Schiffe umfassenden Flotte ist. Das neue an der Aktie gegenüber bisherigen Beteiligungsformen war, dass sich der Investor durch Verkauf von ihr trennen konnten, ohne dass das den Fortbestand der Aktiengesellschaft beeinflusste.

Die VOC-Aktien waren bei wohlhabenden Kaufleuten, Provinzen und Städten begehrt: Schon wenige Tage nach ihrer Ausgabe wurde die VOC-Aktie zu 116 Prozent ihres Ausgabepreises weitergereicht. Die Entdeckungen und Eroberungen in Übersee beflügelten den Transport und den Handel, so dass die VOC-Aktie Jahrzehnte später bereits das Fünffache wert war. Da insbesondere der Handel mit Pfeffer lukrativ war, hießen die VOC-Aktionäre im Volksmund bald „Pfeffersäcke von Amsterdam“.

Die Idee, Großprojekte durch viele Anteilseigner zu verwirklichen, machte Schule: Der Abbau von Bodenschätzen wurde auf diese Weise ebenso finanziert wie das Schienennetz der Eisenbahn in den USA.

Seite 1:

Der Pfeffer für jedes Depot

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%