Altersvorsorge
Genug Geld für das Leben im Alter

Die Deutschen werden immer älter. An sich ist das eine gute Nachricht. Wir essen ausgewogener und arbeiten heute weniger als früher-zumindest körperlich. Das schont Gelenke und Glieder. Laut Statistischem Bundesamt hat ein neugeborenes Mädchen eine Lebenserwartung von gut 81 Jahren; ein Junge wird im Schnitt 76 Jahre alt werden. Das lange Leben der heutigen Generation hat allerdings einen Haken: Wer lange lebt, braucht eine Menge Geld.
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FRANKFURT. Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird den Ruhestand der nächsten Rentnergenerationen nicht mehr in dem Umfange sichern können, wie es die Deutschen lange Zeit gewohnt waren. Zumal hierzulande immer weniger Kinder geboren werden, die später mit ihren Beiträgen die umlagefinanzierte Rentenkasse füttern könnten.

Ein Blick auf den sogenannten Altersquotienten zeigt, wie sich die Relation von Jungen zu Alten in Zukunft verschieben wird, sollten die Prognosen der Bevölkerungsstatistiker stimmen. Der Quotient sagt aus, wie viele Rentner von den Beiträgen der Berufstätigen ernährt werden. Laut Statistischem Bundesamt kommen im Jahr 2030 auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter immerhin 50 Ruheständler; 1950 lag das Verhältnis noch bei 100 zu 16 (siehe Infografik: "Immer älter")

Keine guten Aussichten für die Kassen der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Slogan "Die Renten sind sicher", mit dem vor über einem Jahrzehnt Norbert Blüm für die CDU in den Wahlkampf zog, scheint kaum mehr wert als die mittlerweile vergilbten Plakate, auf denen er einst geschrieben stand. "Der Rentenschwund wird die meisten härter treffen, als sie es sich vorstellen - am härtesten die Generation der heute 40- bis 45-Jährigen", sagt Meinhard Miegel vom Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn.

Weil das so ist, müssen die Deutschen in Zukunft viel stärker privat für den Ruhestand sparen, als sie das in der Vergangenheit taten. Und: Je früher sie damit beginnen, desto besser. In Zeiten der Finanzkrise ist das allerdings nicht ganz so einfach; die Anleger sind zutiefst verunsichert.

Für die Finanzdienstleister ist das Renten-Problem ihrer Kundschaft ein wahrer Segen. Altersvorsorgeprodukte sind ein lukratives Geschäft, die Beraterprovisionen hoch. Nimmermüde werben Banken und Versicherungen deshalb für ihre Sparpläne und Riesterpolicen. Als Verkaufsargument zieht die sogenannte Rentenlücke. Das ist die Differenz zwischen dem Betrag, den ein Ruheständler braucht, um seinen früheren Lebensstandard einigermaßen zu halten und dem Rentenbetrag, den er aus der gesetzlichen Kasse bekommen wird. Als Faustformel gilt: Mit rund 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens lässt es sich im Leben nach dem Büro, der Fabrik oder der Werkbank ganz gut auskommen. Je größer die Lücke, desto tiefer muss der Sparer in die Tasche greifen - vorausgesetzt natürlich, er kann es sich finanziell leisten. Mut zur Lücke ist bei der Rentenfrage aber keine gute Strategie.

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