Anlagestile
Der richtige Mix führt zum Erfolg

„Glücklicherweise gibt es mehrere Wege, die zum Finanzhimmel führen“, sagte Star-Investor Warren Buffett einmal. Eigentlich ein ungewöhnlicher Spruch für einen Börsianer, der seit Jahrzehnten an seinem Anlagestil festhält. Trotzdem hat Buffett Recht: Möglichkeiten, sein Geld anzulegen, gibt es genügend. Nur sind längst nicht alle auch zu empfehlen.
  • 0

DÜSSELDORF. Nicht nur zwischen Aktien, Genussscheinen und Anleihen, sondern auch zwischen den einzelnen Anlagestilen müssen die Investoren wählen. Und egal ob sie wie Warren Buffett auf die so genannten Value-Werte setzen, ihr Portfolio an der Momentum-Strategie ausrichten, die Einzeltitelauswahl einem Computer überlassen oder ihr Geld vor allem in riskantere Wachstumswerte investieren – wichtig ist vor allem, was am Ende dabei rausspringt. Und allen Mythen, Star-Investoren und Börsenweisheiten zum Trotz: Einen echten Königsweg gibt es nicht.

Die Idee, sich bei der Aktienauswahl an bestimmten Anlagestilen zu orientieren, hat gerade in den USA eine jahrzehntelange Tradition. Doch auch wenn sich vor allem die legendären Anlagestile wie Value (Wert) und Growth (Wachstum) in den vergangenen Jahren auch in Europa und in Deutschland immer mehr zu Schlagworten entwickelt haben – und die Banken, Fonds- und Zertifikateemittenten seit Jahren den Markt mit derartigen Produkten überschwemmen –, scheint sich der Boom hier zu Lande bereits wieder abzuschwächen. Und das auch zu Recht.

„Ein Portfolio, das allein anhand einer derart strikt ausgelegten Strategie ausgerichtet ist, ist auf lange Sicht nicht optimal“, sagt beispielsweise Thomas Meier, geschäftsführender Gesellschafter bei dem Fondsanbieter Loys in Frankfurt. „Für uns muss ein Unternehmen zwar stark unterbewertet sein, allerdings schließen wir keine Aktien auf Grund solcher Klassifizierungen direkt aus“, sagt er. Denn wer er sich zu steif nach einem speziellen Anlagestil richtet, dem entgehen auf lange Sicht zahlreiche Chancen. Immerhin fällt so ein Großteil aller Papiere aus dem Raster, ohne dass die dahinter stehenden Unternehmen genau untersucht werden.

Zudem sind trotz der Erfolge einzelner Investoren auch die statistischen Belege nicht unumstritten. „Das beste Beispiel sind Value und Growth“, sagt auch Holger Boschke, Chef-Investor bei der Dresdner Bank. Je nach untersuchtem Zeitraum und der Art der Berechnung würde mal der eine, dann wieder der andere Ansatz besser abschneiden. „Entscheidend ist daher, nicht blind einem Ansatz zu folgen, sondern vielmehr das Portfolio an jeweils unterschiedliche Marktsituationen anzupassen“, sagt Boschke.

Viele Profis gehen daher dazu über, die verschiedenen Anlagestile miteinander zu mischen. „Um Chancen zu nutzen, aber auch Risiken zu minimieren, nutzen wir beim Aufbau eines Portfolios eine Kombination verschiedener Anlagestile und gewichten je nach Marktphase den aus unserer Sicht erfolgversprechenderen Strategieansatz über“, erklärt Michael Hottinger, stellvertretender Geschäftsführer der Sparkassen Vermögensmanagement in Gelsenkirchen.

Seite 1:

Der richtige Mix führt zum Erfolg

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Anlagestile: Der richtige Mix führt zum Erfolg"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%