Anlagestrategie
Die wichtigsten Regeln zur Aktienauswahl

Der Kursrutsch im Zuge der Finanzkrise hat die Kleinanleger verschreckt. Viele trauen nicht mehr zurück auf den Markt und verpassen eventuell die große Rally. Denn um gute Aktien zu erkennen, müssen Anleger nur wenige Kennzahlen im Blick behalten. Das Handelsblatt erklärt die zehn wichtigsten Kriterien.
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FRANKFURT. Die Deutschen interessieren sich immer weniger für Aktien. Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) fiel die Zahl der Aktionäre in Deutschland im ersten Halbjahr auf den tiefsten Stand seit 1998. Nur etwas mehr als drei Millionen Deutsche halten Aktien. Verwunderlich ist das nicht, der Kursrutsch im Zuge der Finanzkrise hat manchen Kleinanleger verschreckt. Weil sich viele nicht mehr zurück auf den Markt trauen, verpassen sie nun die große Rally. Aber vielleicht fehlt auch nur ein wenig Nachhilfe. Eine Garantie für Gewinne gibt es zwar nicht. Woran man eine gute Aktie erkennen kann, lässt sich aber an wenigen Kriterien und Kennzahlen festmachen. Wer seine Chancen auf dem Aktienmarkt erhöhen will, sollte zehn Prüfsteine im Blick behalten.

1. Einfache Produkte sind gute Produkte

"Kaufe nur, was Du verstehst", sagt Warren Buffett. Der Rat des legendären US-Investors klingt banal. Anleger sollten sich trotzdem daran halten. Meiden Sie Aktien von Unternehmen, deren Produkte Sie nicht verstehen. Natürlich können auch die Papiere von Firmen, die hochkomplizierte Computerchips oder ähnliches herstellen, an der Börse kräftig zulegen. Für Anleger gilt jedoch: Je schwieriger es ist, zu begreifen, was ein Unternehmen so treibt, desto komplizierter ist es auch, die langfristigen Geschäftsaussichten einzuschätzen. Zur Jahrtausendwende hatten sich viele Anleger von den vermeintlich innovativen Geschäftsideen zahlreicher Technologiefirmen blenden lassen und viel Geld verloren.

2. Die kennt doch jedes Kind

Schauen sie besonders auf Aktien von Unternehmen, die weltweit bekannt sind und eine entsprechend starke Marktposition haben. In der Regel fällt es solchen Unternehmen wesentlich leichter, wirtschaftlich schwere Zeiten zu überstehen und ihre Position gegen aufstrebende Konkurrenten zu verteidigen. Coca-Cola oder McDonald?s etwa sind bekannte Beispiele.

3. Am Ende sollte schon was übrig bleiben

Allgemein gilt: Je höher die Dividendenrendite, desto rentabler ist eine Aktie. Allerdings lässt sich von der Dividendenrendite nicht auf die Kursentwicklung schließen. So kann es vorkommen, dass sich Aktien von Unternehmen, die verhältnismäßig hohe Dividenden ausschütten, eher schlecht entwickeln und umgekehrt. In Zeiten wie diesen gibt die Kennziffer aber einen recht guten Hinweis auf die Qualität einer Aktie.

4. Gewinn ist nicht immer gleich Gewinn

Viele Anleger schauen bei der Aktienauswahl auf das Verhältnis von Kurs und Gewinn (KGV). Je niedriger das KGV umso besser. Aber Vorsicht: Schauen Sie genau darauf, welchen Gewinn die Experten in ihre Berechnungen einfließen lassen. Den des abgelaufenen Jahres? Oder doch den erwarteten Gewinn für 2012? Gerade in guten Börsenphasen sind die Gewinnerwartungen der Analysten oft übertrieben. Ein niedriges KGV kann daher täuschen. Viel wichtiger für Anleger ist es zu prüfen, ob ein Unternehmen über viele Jahre bewiesen hat, dass es profitabel arbeitet.

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