Anlagezertifikate
Futter für die Dax-Bären

Mitte Mai hat der Dax zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren einen neuen Gang eingelegt – und zwar den Rückwärtsgang. In nur zwei Tagen verlor der deutsche Leitindex mehr als 200 Punkte. Gegenüber dem Jahreshoch von 6162 Punkten hat das Börsenbarometer bereits mehr als 450 Zähler nachgegeben. „Sell in May and go away“ wäre kein schlechter Rat gewesen. Investoren, die nun eher fallende bis seitwärts tendierende Kurse erwarten, finden mittlerweile genügend Anlagemöglichkeiten.

Profis hatten sich schon vor längerer Zeit auf fallende Kurse vorbereitet. So waren in der letzten Ausgabe des Handelsblatt-Zertifikate-Newsletters (09/2006) Hedge-Fonds die Top-Käufe in den Depots von Banken und Vermögensverwaltern. Kasse machten die Profis hingegen am Aktienmarkt. Auch jetzt sehen die Vermögensmanager noch keinen Grund, in den Aktienmarkt einzusteigen (Aktuelle Ausgabe des Newsletters, Seite 15). Sie bevorzugen Rohstoffe.

Die entscheidende Frage lautet: Sind die Verluste nur eine Korrektur innerhalb eines intakten Aufwärtstrends oder wurde eine Baisse eingeläutet? Seit dem Ende der letzten großen Baissephase im März 2003 ist der Dax bis zum Höchststand am 9. Mai um rund 280 Prozent gestiegen. So wäre eine längere Verschnaufpause zumindest nicht unwahrscheinlich. Die gab es bereits innerhalb des dreijährigen Aufschwungs. Im Verlauf des Jahres 2004 hatte der Dax lediglich knapp 240 Punkte zugelegt.

Die Emittenten haben bereits vor dem Einbruch Anfang Mai reagiert und fleißig Derivate für Pessimisten auf den Markt gebracht. Sie haben mit ihren Reverse-Produkten einfach die Wirkungsweise von Bonus – und Express-Zertifikaten auf den Kopf gestellt.



Bonus-Zertifikate haben sich seit ihrer Erstemission im Jahr 2003 zusammen mit Discount- und Indexzertifikaten zu einem der wichtigsten Umsatzträger der Branche entwickelt. Getreu dem Motto „einfach aber gut“ erfreuen sie sich bei Anlegern hoher Beliebtheit.



Investoren überzeugt in erster Linie die Kombination aus unbegrenzter Partizipation an steigenden Kursen und der Möglichkeit, selbst bei stagnierenden oder moderat fallenden Basiswertkursen interessante Renditen erzielen zu können.

Ein Manko dieses Zertifikate-Typs ist allerdings, dass er sich bisher für Spekulationen auf fallende Kurse in länger anhaltenden Bärenmärkten nur sehr eingeschränkt eignete. Erweist sich der Abstand zum Absicherungsniveau als zu gering gewählt und wird dieses unterschritten, geht die Verlustpufferfunktion verloren und das Bonuszertifikat verwandelt sich in ein Indexzertifikat. Der Anleger partizipiert danach 1:1 an weiteren Kursverlusten des Basiswerts.

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Bei den neuen „Reverse Bonuszertifikaten“ auf den Dax, die erstmals im April diesen Jahres durch die Deutsche Bank (WKN: DB1BQQ) und die Société Générale (WKN: SG0GC3) auf den Markt gebracht wurden, gilt das jedoch nicht mehr. Wie die normalen Bonuszertifikate locken zwar auch diese Bären-Zertifikate mit interessanten Seitwärtsrenditen, solange das Absicherungsniveau nicht erreicht wird. Dabei liegt das Absicherungsniveau bei diesen Produkten bei Emission über - nicht wie bei den normalen Bonuspapieren unter - dem aktuellen Referenzkurs des Basiswerts. Solange die jeweilige Barriere nicht berührt oder überschritten wird, bekommt der Anleger einen Bonus ausgezahlt.

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