Anleger-Akademie
Börsengänge 2006: Gemischte Bilanz

Absturz: Prominenteste Enttäuschung unter den Neulingen dieses Jahres ist die Fluggesellschaft Air Berlin. Prozentual noch deutlicher verloren haben sogar Primion Technology und der Softwareentwickler Magix. Die Aktien beider Gesellschaften gaben seit der Erstnotiz rund die Hälfte an Wert ab.

Überraschung: Den größten Kursgewinn verzeichnet bisher Schmack Biogas. Wacker Chemie gewann unmittelbar nach der Emission fast 50 Prozent an Wert, ehe es in den vergangenen Wochen mit dem allgemeinen Kursrutsch bergab ging. Gut behauptet hat sich auch die Augsburger Patrizia Immobilien, die nach Wacker Chemie zweitgrößte Emission in diesem Jahr.

Strategie: Analysten empfehlen in den meisten Fällen, die Aktie der Neulinge zu halten, auch wenn sie derzeit im Minus notieren. Für Anleger, die diese Papiere derzeit nicht besitzen, gibt es sogar günstige Einstiegsmöglichkeiten. Nach einer Seitwärtsbewegung im Sommer erwarten die Experten im Herbst eine Kurserholung.

Zukunft: Für die kommenden Emissionen gilt, dass sie tendenziell günstiger sein werden als die, die vor Wochen kamen. Fondsmanager sehen Parallelen zum Jahr 2004. Damals kamen Wincor Nixdorf und die Postbank unter Schmerzen an die Börse, entwickelten sich seither aber prächtig.

Fallstricke, die Anleger beachten sollten:

Graumarkt: Aktien von Börsenkandidaten werden bereits vor der Erstnotiz im so genannten „Handel per Erscheinen“ gekauft und verkauft. Ein guter Preis dort lässt jedoch noch lange keine Rückschlüsse auf eventuelle Zeichnungsgewinne oder gar die Qualität des Unternehmens zu. Großinvestoren verwenden die Kurse lediglich als Indikation dafür, ob an einer Aktie Interesse besteht oder nicht.

Mode: Sind die Aktien einer Branche angesagt, ziehen diese meist in Windeseile viele Nachahmer an. Wettbewerber oder ähnlich aufgestellte Unternehmen wollen an der Börse ähnlich hohe Preise erzielen und so am Erfolg der Konkurrenten teilhaben. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch häufig, dass eine Vergleichbarkeit kaum gegeben ist. Dennoch gibt es dieses Phänomen bereits seit Jahrzehnten.

Altaktionärsverkäufe: Eine Unsitte der vergangenen beiden Jahre ist in den Augen vieler Investoren, dass bei Börsengängen häufig ein großer Teil der ausgegebenen Aktien aus dem Besitz von Altaktionären kommt. Teilweise liegt der Anteil bei bis zu hundert Prozent wie gerade bei Demag Cranes. Dem Unternehmen selbst fließt in diesem Fall kein einziger Euro zu, mit dem es sein künftiges Wachstum finanzieren kann.

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